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Preußische Artillerie im 7-jährigen Krieg
Jedes Bataillon führte zur artilleristischen Unterstützung zwei Sechspfünder (u.U. auch Dreipfünder) mit. Diese relativ leichten Geschütze wurden an beiden Flügeln postiert und verschossen Vollkugeln von fast 3 kg Gewicht und ca. 10 cm Durchmesser.
Diese massiven Metallkugeln explodierten nicht, hatten aber eine furchtbare Wirkung, wenn sie im sog. "Rikoschett- oder Prellschuß" abgefeuert wurden. Sie prallten, besonders bei hartem Untergrund, mehrfach vom Boden ab, hüpften weiter und rissen dabei tödliche Lücken in die gegnerische Schlachtordnung. Selbst eine auf dem Boden ausrollende Kugel konnte noch ein Glied abreißen. Auf Nahentfernung verschoss man die gefürchteten Kartätschen (mit Kugeln oder Eisenstücken gefüllte Büchsen oder Beutel), die zerplatzten. Auf dem Marsch von drei, später von sechs Pferden gezogen, wurden die Bataillonsgeschütze im Gefecht im Mannschaftszug nach vorn bewegt. Das relativ langsame Avancieren ließ das zu.
Die Kastenprotze enthielt Zubehör und Munition (fertige Pulverkartuschen aus Papier oder Leinen, in die die Kugel meist schon eingebunden war). Die Feuergeschwindigkeit betrug etwa zwei bis drei Schuss in der Minute, mit dem Dreipfünder waren auch mehr möglich. Bei Mollwitz waren die Österreicher vom Können der preußischen Artilleristen überrascht, insbesondere von der Schussfolge "wie man kaum mit Musketen schneller feuern kann". Von "90 Kanonenschüssen in der Zeit eines Vaterunser" waren sie beeindruckt. Erst Jahre später hatten sie aufgeholt, dafür aber so gründlich, dass die Preußen jetzt von ihnen lernten, u. a. in Konstruktionsfragen.
Die Kanoniere waren zu dem jeweiligen Infanteriebataillon kommandiert und trugen die schlichte Artillerieuniform mit blauen Aufschlägen. Als persönliche Waffen wurden ein kurzer Artilleriepallasch und ein Artilleriegewehr geführt.
Zur Bedienung waren vier Kanoniere vorgesehen: "1 so auswischet und ansetzet, 1 der die Kartusche einsetzet, 1 der die Schlagröhre einsetzet, 1 so abfeuert." Dazu kamen neben den Knechten für die Pferde noch mehrere Helfer, z.B. die Grenadierzimmerleute und Soldaten des Bataillons. Die schwereren Kaliber (Zwölfpfünder oder "Brummer") wurden je nach Schlachtplan und Gelände in Batterien an strategischen Punkten aufgefahren, häufig auf Bergkuppen oder seitlich zur Schlachtordnung. Bei einigen Gelegenheiten, vor allem gegen Ende des Siebenjährigen Krieges, wurde auch die Bataillonsartillerie in Großbatterien (Positionsartillerie) einbezogen. Friedrich erkannte, dass die Bedeutung der Artillerie wuchs:"...in den ersten Kriegen entschieden nicht die Kanonen, sondern die Menschen den Sieg. Jetzt hat das Geschützfeuer alles geändert. Die Kanone macht alles...".
Während des Siebenjährigen Krieges verdoppelte sich die Anzahl der Kanonen, die Anzahl der Artilleristen verdreifachte sich. In den Nachkriegsjahren widmete der König der Artillerie und ihrem Einsatz ausführliche Instruktionen für seine Offiziere. Aufwendige Feldübungen wurden abgehalten.
Diese massiven Metallkugeln explodierten nicht, hatten aber eine furchtbare Wirkung, wenn sie im sog. "Rikoschett- oder Prellschuß" abgefeuert wurden. Sie prallten, besonders bei hartem Untergrund, mehrfach vom Boden ab, hüpften weiter und rissen dabei tödliche Lücken in die gegnerische Schlachtordnung. Selbst eine auf dem Boden ausrollende Kugel konnte noch ein Glied abreißen. Auf Nahentfernung verschoss man die gefürchteten Kartätschen (mit Kugeln oder Eisenstücken gefüllte Büchsen oder Beutel), die zerplatzten. Auf dem Marsch von drei, später von sechs Pferden gezogen, wurden die Bataillonsgeschütze im Gefecht im Mannschaftszug nach vorn bewegt. Das relativ langsame Avancieren ließ das zu.
Die Kastenprotze enthielt Zubehör und Munition (fertige Pulverkartuschen aus Papier oder Leinen, in die die Kugel meist schon eingebunden war). Die Feuergeschwindigkeit betrug etwa zwei bis drei Schuss in der Minute, mit dem Dreipfünder waren auch mehr möglich. Bei Mollwitz waren die Österreicher vom Können der preußischen Artilleristen überrascht, insbesondere von der Schussfolge "wie man kaum mit Musketen schneller feuern kann". Von "90 Kanonenschüssen in der Zeit eines Vaterunser" waren sie beeindruckt. Erst Jahre später hatten sie aufgeholt, dafür aber so gründlich, dass die Preußen jetzt von ihnen lernten, u. a. in Konstruktionsfragen.
Die Kanoniere waren zu dem jeweiligen Infanteriebataillon kommandiert und trugen die schlichte Artillerieuniform mit blauen Aufschlägen. Als persönliche Waffen wurden ein kurzer Artilleriepallasch und ein Artilleriegewehr geführt.
Zur Bedienung waren vier Kanoniere vorgesehen: "1 so auswischet und ansetzet, 1 der die Kartusche einsetzet, 1 der die Schlagröhre einsetzet, 1 so abfeuert." Dazu kamen neben den Knechten für die Pferde noch mehrere Helfer, z.B. die Grenadierzimmerleute und Soldaten des Bataillons. Die schwereren Kaliber (Zwölfpfünder oder "Brummer") wurden je nach Schlachtplan und Gelände in Batterien an strategischen Punkten aufgefahren, häufig auf Bergkuppen oder seitlich zur Schlachtordnung. Bei einigen Gelegenheiten, vor allem gegen Ende des Siebenjährigen Krieges, wurde auch die Bataillonsartillerie in Großbatterien (Positionsartillerie) einbezogen. Friedrich erkannte, dass die Bedeutung der Artillerie wuchs:"...in den ersten Kriegen entschieden nicht die Kanonen, sondern die Menschen den Sieg. Jetzt hat das Geschützfeuer alles geändert. Die Kanone macht alles...".
Während des Siebenjährigen Krieges verdoppelte sich die Anzahl der Kanonen, die Anzahl der Artilleristen verdreifachte sich. In den Nachkriegsjahren widmete der König der Artillerie und ihrem Einsatz ausführliche Instruktionen für seine Offiziere. Aufwendige Feldübungen wurden abgehalten.
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