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Kaum ein Ereignis hat die Menschen im 19. Jahrhundert so nachhaltig beeindruckt wie der Untergang der "Großen Armee" nach Napoleons fehlgeschlagenem Russlandfeldzug von 1812. Innerhalb von 6 Monaten ging die größte Armee zugrunde, die Europa bis dahin gesehen hatte. Kaiser Napoleon I. (1769-1821), dem Europa zu Füßen lag, war in den Augen der Welt plötzlich nicht mehr unbesiegbar. Der Großen Armee, die am 24. Juni 1812 den russischen Grenzfluss Njemen überschritt, gehörten deutsche, italienische, österreichische, polnische, holländische, schweizerische und auch spanische Kontingente an; nur etwa die Hälfte der 475 000 Soldaten waren Franzosen. Die russischen Armeen zogen sich unter Widerstand ins Landesinnere zurück, wichen aber der von Napoleon gesuchten schnellen Entscheidungsschlacht aus. Nach den ersten schweren Kämpfen bei Smolensk (16. bis 18. August 1812) stellten sie sich unter General Kutusow (1745-1813) etwa 120 km vor Moskau zur blutigen Schlacht bei Borodino (7. September 1812). Keiner Seite gelang ein entscheidender Sieg, Napoleon bezahlte aber seinen taktischen Erfolg teuer.
Die Russen zogen sich in das Lager bei Tarutino 80 km südwestlich Moskaus zurück, wo Kutusow die Armee reorganisierte und verstärkte. Dieses Lager war außerdem eine ständige Bedrohung für die Franzosen. Die Große Armee zog am 14. September 1812 in das fast menschenleere Moskau ein. Der Kaiser hoffte, vom besetzten Moskau aus seinem Gegner, Zar Alexander I., einen Frieden diktieren oder andernfalls mit der Armee in der Hauptstadt überwintern zu können.
Schon in der ersten Nacht machte der Brand Moskaus alle Hoffnungen zunichte. In der ausgebrannten Stadt fehlte es an Quartieren, Heizmaterial, Lebensmitteln und Futter für die Pferde, die zu Tausenden verendeten. Eine Partisanenbewegung großen Ausmaßes, zu der auch reguläre Truppen und Kosakenregimenter gehörten, unterbrach das leistungsfähige Nachschubsystem Napoleons. Armeepartisanen und Bauernpartisanen verhinderten auch die Beschaffung von Futter und Lebensmitteln im Umland. Moral und Disziplin verfielen angesichts der Lage rapide.
Schließlich blieb der Rückzug in den beginnenden russischen Winter hinein der letzte verzweifelte Versuch, die Armee zu retten. Der Kaiser wollte die Truppen durch nicht vom Krieg zerstörte Gebiete zurückführen. Dieser Plan wurde durch die Schlacht von Malojaroslawez (23./24. Oktober 1812) vereitelt. Nun war die Große Armee gezwungen, den Rückzug auf ihrer damaligen Vormarschstraße anzutreten: durch restlos ausgeplündertes und verbranntes Gebiet. Der Weg in ihr Verderben führte die Große Armee über das Schlachtfeld von Borodino mit den Bergen von Leichen, die 52 Tage nach der Schlacht noch nicht bestattet waren - ein grausiges Omen für das eigene Schicksal.
In paralleler Verfolgung rückten die Russen jetzt nördlich und südlich der französischen Rückzugstraße vor und teilten immer wieder überraschende Schläge aus. Hetman Platows Kosaken übernahmen die direkte Verfolgung. Die wenigen Städte auf der endlosen Rückzugslinie wurden den Franzosen erst nach Kämpfen überlassen. Verwundete und Kranke blieben in den Städten zurück, der Gnade der Verfolger ausgeliefert.
Ausgehungert, krank und erschöpft, von ständigen Überfällen dezimiert, erreichte ein zerlumpter Gespensterzug, der kaum noch einer Armee glich, die Beresina. Die Soldaten trugen über der zerlumpten Uniform Pelzstolas, Bauernkleider, Pferdedecken, Gardinen, Wolfsfelle, Schals, Pelzhüte, Teppiche, Muffs und Damenkleider, stopften die Kleidung mit Lumpen aus und trugen manchmal mehrere Mäntel übereinander. "... unser Rückzug begann als Maskerade und endete als Leichenzug.", bemerkt ein französischer Offizier.
In mehrtägigen Kämpfen (26. bis 29. November 1812) gelang es den letzten kampffähigen französischen Verbänden, die von Pionieren errichteten Behelfsbrücken offenzuhalten. Am 29. November 1812 wurden die Brücken ohne Rücksicht auf die Nachzügler von den Franzosen verbrannt. Viele ergaben sich den nachrückenden Kosaken.
Am 14. Dezember 1812 überschritten 5000 Mann mit 9 Kanonen bei Kowno den Njemen - die Letzten der Großen Armee. Marschall Ney, auch als Kommandeur der Nachhut "der Tapferste der Tapferen", verließ als letzter russischen Boden.
Am 5. Dezember 1812 hatte Napoleon das Kommando an Marschall Murat übergeben und die Trümmer der Armee verlassen, um von Paris aus seine wankende Macht zu stabilisieren.
Von den 594 000 Teilnehmern des Feldzuges (einschließlich nachgeführter Verstärkungen) hatte die Große Armee 513 000 Mann verloren. Nur die zur Sicherung zurückgelassenen Korps blieben intakt, darunter das preußische Hilfskorps unter General Yorck, das im Baltikum gestanden hatte. Bald würden aber auch diese Soldaten die Waffen gegen Napoleon richten.
Die Russen zogen sich in das Lager bei Tarutino 80 km südwestlich Moskaus zurück, wo Kutusow die Armee reorganisierte und verstärkte. Dieses Lager war außerdem eine ständige Bedrohung für die Franzosen. Die Große Armee zog am 14. September 1812 in das fast menschenleere Moskau ein. Der Kaiser hoffte, vom besetzten Moskau aus seinem Gegner, Zar Alexander I., einen Frieden diktieren oder andernfalls mit der Armee in der Hauptstadt überwintern zu können.
Schon in der ersten Nacht machte der Brand Moskaus alle Hoffnungen zunichte. In der ausgebrannten Stadt fehlte es an Quartieren, Heizmaterial, Lebensmitteln und Futter für die Pferde, die zu Tausenden verendeten. Eine Partisanenbewegung großen Ausmaßes, zu der auch reguläre Truppen und Kosakenregimenter gehörten, unterbrach das leistungsfähige Nachschubsystem Napoleons. Armeepartisanen und Bauernpartisanen verhinderten auch die Beschaffung von Futter und Lebensmitteln im Umland. Moral und Disziplin verfielen angesichts der Lage rapide.
Schließlich blieb der Rückzug in den beginnenden russischen Winter hinein der letzte verzweifelte Versuch, die Armee zu retten. Der Kaiser wollte die Truppen durch nicht vom Krieg zerstörte Gebiete zurückführen. Dieser Plan wurde durch die Schlacht von Malojaroslawez (23./24. Oktober 1812) vereitelt. Nun war die Große Armee gezwungen, den Rückzug auf ihrer damaligen Vormarschstraße anzutreten: durch restlos ausgeplündertes und verbranntes Gebiet. Der Weg in ihr Verderben führte die Große Armee über das Schlachtfeld von Borodino mit den Bergen von Leichen, die 52 Tage nach der Schlacht noch nicht bestattet waren - ein grausiges Omen für das eigene Schicksal.
In paralleler Verfolgung rückten die Russen jetzt nördlich und südlich der französischen Rückzugstraße vor und teilten immer wieder überraschende Schläge aus. Hetman Platows Kosaken übernahmen die direkte Verfolgung. Die wenigen Städte auf der endlosen Rückzugslinie wurden den Franzosen erst nach Kämpfen überlassen. Verwundete und Kranke blieben in den Städten zurück, der Gnade der Verfolger ausgeliefert.
Ausgehungert, krank und erschöpft, von ständigen Überfällen dezimiert, erreichte ein zerlumpter Gespensterzug, der kaum noch einer Armee glich, die Beresina. Die Soldaten trugen über der zerlumpten Uniform Pelzstolas, Bauernkleider, Pferdedecken, Gardinen, Wolfsfelle, Schals, Pelzhüte, Teppiche, Muffs und Damenkleider, stopften die Kleidung mit Lumpen aus und trugen manchmal mehrere Mäntel übereinander. "... unser Rückzug begann als Maskerade und endete als Leichenzug.", bemerkt ein französischer Offizier.
In mehrtägigen Kämpfen (26. bis 29. November 1812) gelang es den letzten kampffähigen französischen Verbänden, die von Pionieren errichteten Behelfsbrücken offenzuhalten. Am 29. November 1812 wurden die Brücken ohne Rücksicht auf die Nachzügler von den Franzosen verbrannt. Viele ergaben sich den nachrückenden Kosaken.
Am 14. Dezember 1812 überschritten 5000 Mann mit 9 Kanonen bei Kowno den Njemen - die Letzten der Großen Armee. Marschall Ney, auch als Kommandeur der Nachhut "der Tapferste der Tapferen", verließ als letzter russischen Boden.
Am 5. Dezember 1812 hatte Napoleon das Kommando an Marschall Murat übergeben und die Trümmer der Armee verlassen, um von Paris aus seine wankende Macht zu stabilisieren.
Von den 594 000 Teilnehmern des Feldzuges (einschließlich nachgeführter Verstärkungen) hatte die Große Armee 513 000 Mann verloren. Nur die zur Sicherung zurückgelassenen Korps blieben intakt, darunter das preußische Hilfskorps unter General Yorck, das im Baltikum gestanden hatte. Bald würden aber auch diese Soldaten die Waffen gegen Napoleon richten.
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