Darstellungen der internationalen Beziehungen in der Antike konzentrieren sich meist auf Kriege. Doch Kriege haben einen Anfang und ein Ende, und die Zeiträume dazwischen sind Friedenszeiten. Dieses Buch befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Zustandekommen von Frieden nach Kriegen. Der Fokus liegt dabei auf der hellenistischen Epoche, da in dieser Zeit besondere Rahmenbedingungen herrschten, unter denen diplomatische Regeln formuliert und über weit mehr als ein Jahrhundert hinweg befolgt wurden. Bei den Großmächten des Hellenismus handelte es sich vornehmlich um absolute Monarchien. Die Könige stammten ausnahmslos von jenen makedonischen Heerführern ab, die im Krieg gegen das Perserreich gekämpft und sich anschließend selbst zu Königen erhoben hatten. Ab 300 v. Chr. waren die makedonischen Könige untereinander bekannt, was Friedensschlüsse erheblich erleichterte. Aus diesen freundschaftlichen Beziehungen entwickelte sich ein diplomatisches System, das über weit mehr als ein Jahrhundert erfolgreich funktionierte und den Frieden zu Lebzeiten der beteiligten Herrscher bewahrte. Das System zerbrach durch das Eingreifen der Römischen Republik, die nicht in dieses Gefüge passte. Während sich nicht-hellenistische Monarchien etwa Syrakus, Parthia oder Baktrien problemlos in das System einfügten, gelang dies den meist kleinen republikanischen Staaten nie. Das republikanische Rom intervenierte schließlich mit eigenen Zielsetzungen und Methoden und zerstörte das diplomatische System schrittweise, wenngleich die Monarchien versuchten, es so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. John Graingers ungewöhnlicher Ansatz, Friedensprozesse als ebenso bedeutend wie Kriege zu betrachten, eröffnet eine erfrischende Perspektive auf diese Epoche.
Details
Englischer Text, 6 sw-Abb. 272 Seiten.
Pen & Sword Books Ltd Church Street 47 S70 2AS South Yorkshire Vereinigtes Königreich