Der Namamugi-Zwischenfall war ein Angriff von Samurai auf britische Ausländer in Japan am 14. September 1862. Er ist auch unter den Begriffen Kanagawa-Zwischenfall oder Richardson-Affäre bekannt. Das Ergebnis dieses Zwischenfalls war, dass Kagoshima von britischen Schiffen bombardiert wurde. In der japanischen Geschichtsschreibung wird dieses Bombardement als Krieg zwischen dem Daimyat Satsuma und Großbritannien gewertet, daher ist es dort auch unter dem Namen Britisch-Satsumischer-Krieg bekannt.
Der Vorfall führte zu ausgedehnten Debatten im Unterhaus des Parlaments von Großbritannien. An der Stelle des Vorfalls steht heute ein Denkmal. Vier britische Staatsbürger, der Kaufmann Charles Lennox Richardson aus Shanghai, William Marshall, Marshalls Schwägerin Margaret Borrodaile und Charles Clark (nicht dargestellt, weil er zu diesem Zeitpunkt bereits geflohen war), reisten zu Pferd auf der Fernstraße Tokaido in Richtung des Tempels Heiken-ji im heutigen Kawasaki. Als sie durch das Dorf Namamugi im Landkreis Tachibana in der Provinz Musashi kamen, begegneten sie dem Onkel des Daimyo von Satsuma, welcher stellvertretend für ihn agierte. Die Briten versäumten es aus Unwissenheit oder Arroganz, in Ehrerbietung für den Daimyo von ihren Pferden zu steigen, wie es zur damaligen Zeit in Japan vorgeschrieben war. Auch die Aufforderungen der Wachen des Daimyo wurden ignoriert oder nicht verstanden. Daraufhin wurden sie von den Samurai, die als Schutzleute von Shimazu Hisamitsu fungierten, angegriffen, um sie für die Missachtung des Daimyo zu bestrafen. Richardson wurde dabei getötet und die anderen beiden Männer schwer verwundet.
Einige Erläuterungen zu den einzelnen Figuren WEKO 01 Charles Lennox Richardson hatte einen militärischen Hintergrund. Er trägt einen blauen Gehrock mit großen gelben Rabatten. Einen flachen schwarzen Hut und eine weiße Leinenhose, aber Reitstiefel. Des Weiteren einen breiten Revolvergurt. WEKO 02 William Marshall trägt einen blauen Rock mit hohem Kragen, eine Prinz-Heinrich-Mütze. Dazu eine japanische Reitgerte in der Hand. WEKO 03 Marshalls Schwägerin Margaret Borrodaile. Eine normale europäische Dame um 1860 mit großem Hut und einem zusammengefalteten Sonnenschirm als Accessoire. WEKO 04 bis 07 Samurai (Wachen) in Reisekostümen für eine Fußreise. Also Strohhut, weite Haori-Jacke mit Schließe vor der Brust, weite Hakama-Hosen über dem Kimono. An den Unterschenkeln für Fußmarsch zusammengebunden und mit Beinlingen überzogen. Dazu dicke Tabi-Socken und Strohsandalen. Breiter Stoffgürtel mit Kurz- und Langschwert. Über der linken Schulter ein Bündel mit persönlichen Sachen. Die Jacken sind hinten geschlitzt, damit das Langschwert waagerecht im Gürtel getragen werden kann. Der Schlitz ist oberhalb mit Leder oder festem Stoff auffällig verstärkt, damit die Jacke nicht aufreißt. WEKO 08 Karo, Hausältester ist im Grunde wie die Wachen gekleidet. Aber er ist älter und trägt eine hölzernen Jingasa anstatt eines Strohhutes. Seine Hakama-Hose fällt weit, weil sie nicht an Unterschenkeln gebunden ist. Üblicherweise reitet er und ist soeben abgestiegen. Für die Samurai und den Karo darf es die ganze Palette von Mittelbeige über Braun, Mittel- bis Dunkelblau (nicht ganz schwarz) oder Dunkelgrünblau, Jacke, Kimono und Hakama jeweils in 3 verschiedenen Tönen sein. Viele Stoffe in der Edo-Zeit hatten Komon-Muster, aber so winzig klein, dass man sie in 30 mm nicht mehr wahrnimmt. Keine großen Muster, aber dafür die Familienwappen hell aufgenäht. Keine Uniformierung der Farben. WEKO 11 Die Sänfte des Daimyo wurde von den verängstigten Trägern abgestellt. Der Fürst schaut raus und dirigiert. Der Daimyo in der Sänfte kann ziemlich hell und farbig gekleidet sein: Hellblau, Pfirsichrosa, Orange. Interessanterweise war es ein Entgegenkommen eines Ranghöheren, sich ziemlich grell zu kleiden, weil dadurch die Untergebenen mehr Farbwahlmöglichkeiten bekamen. Sie mussten auf jeden Fall gedeckter aussehen als ihr Herr. Die Sänfte nicht zu protzig. Kein Silber oder Gold, oder zu weiblich (rot, hellblau), eher Naturtöne. WEKO 09 und 13 Ashigaru, diese stehen über den Sänftenträgern und sind etwas besser angezogen. Die Jacke wappengeschmückt und farblich abgesetzt, nicht hinten eingesteckt. Ein Stirnband anstatt Strohhut und der Dolch hinten eingesteckt. Die Lanzenspitze der beiden Ashigaru sind oben mit Puscheln aus Yak-Fell geschützt. WEKO 10 Für den Nobori-Bannerträger mit dem Wappen der Satsuma gilt das Gleiche wie für die Ashigaru. Die Banner bewegen sich im Spektrum Weiß, tiefes Blau (fast Schwarz). WEKO 12 und 14 Gepäckträger, für die Träger ein eigenes Farbschema, aber gedeckter als das der Samurai. Kleiner Strohhut, die Obergewänder hinten eingesteckt (Leibbinde sichtbar). Die Beine bloß, nur Sandalen. Hinten auf der Jacke groß das Wappen der Satsuma. WEKO 15 Der Chungen-Pferdehalter mit dem Pferd des Karo. Chungen (Diener) sind noch eine Stufe unter Ashigaru und nur mit Dolch bewaffnet, reine Zivilisten. Es könnte auch das Reitpferd des Daimyo sein. Man sieht oft, wie bei solch Zügen eines mitgeführt wird. Wahrscheinlich war es doch angenehmer, gelegentlich mal aus dem schaukelnden Sarg rauszukommen. Für den Daimyo eine besondere Pferdefarbe, vor allem Weiß und sehr leuchtende, teure Seidenverpackungen. Für den Karo eher etwas bescheiden Leuchtendes in rot, blau oder schwarz, und ein Brauner dazu.