Der Erste Weltkrieg gilt als eine neue Art von Krieg, in dem technologische Entwicklungen wie der Panzer und das Flugzeug zum ersten Mal eingesetzt wurden, der aber auch völlig von konventionellen Waffen wie dem Gewehr oder der Kanone abhängig war. In den vier Jahren des Ersten Weltkriegs gab es keine radikalen Veränderungen in der Technologie dieser Waffentypen, aber sie wurden ständig verbessert und hatten sich bereits weit von vergleichbaren Waffentypen entfernt, die im 19. und früheren Jahrhundert verwendet wurden. Im Jahr 1915 entwickelte das britische Unternehmen Vickers eine neue Kanone mit einem Kaliber von 8 Zoll, die die militärische Bezeichnung Mk.VI erhielt. Es handelte sich um eine bedeutende konstruktive Modernisierung der vorangegangenen Entwicklung Mk.V. Die Verbesserungen betrafen in erster Linie den hydraulischen Mechanismus für den Rücklauf des Geschützrohrs. Im Kampf war der Beschusssektor um 4 Grad nach links oder rechts oder um 50 Grad nach oben verstellbar. Der in Staatsbesitz befindliche Teil des Geschützes erhielt ein neues, moderneres Aussehen. Die Kampfreichweite des Geschosses erreichte fast 10 Kilometer, aber das Gewicht des Geschützes stieg im Vergleich zur vorherigen Version um mehr als drei Tonnen. Um das Geschütz zu den Kampfpositionen zu transportieren, kollidierte es mit einem sperrigen Vorderteil. Das haftet den damaligen Schwertransportern wie dem FWD-LKW oder dem Holt 75-Traktor an. Neben den Vickers-Werken wurde die Artillerieproduktion auch in den Werken der Firma Armstrong aufgenommen und von den US-Werken der Midvale Steel and Ordnance Co. in Nicetown, Pennsylvania, lizenziert. Dieser Geschütztyp wurde nicht nur auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs an der Westfront eingesetzt, sondern auch in Mazedonien und in Palästina. Neben dem Einsatz in der britischen Armee wurde es auch von den Artilleriedivisionen der Dominions of the Empire - Australien und Kanada - verwendet. Außerdem gelangte im Rahmen der Kooperationsabkommen der Entente eine kleine Anzahl von Mark VIs ins kaiserliche Russland. Am überraschendsten war die Geschichte der in den USA gebauten Mark VI. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kehrten sie, wie die meisten anderen Waffen der amerikanischen Armee, in ihre Heimat zurück, wo sie eingemottet wurden. Doch 1939 nach der sowjetischen Aggression gegen Finnland und dem finnischen Appell an die Westmächte, militärische Hilfe zu leisten, wurden 32 Haubitzen Mark VI zusammen mit anderen Waffentypen in das Land geschickt. Sie blieben auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Dienst und wurden erst in den späten 1960er Jahren als veraltet ausgemustert und einzelne Exemplare an Museen abgegeben, wo sie heute ausgestellt sind.
1) BL 8-Zoll Haubitze Mk. VI, U.S. Army Expeditionary Corps in Europa, Westfront, Sommer 1918. 2) BL 8-Zoll Haubitze Mk. VI, von der unbekannten Artillerieeinheit, British Expeditionary forces, Westfront, 1916.