Eine faszinierende und bewegende Geschichte der britischen und deutschen Kriegstoten, die in den beiden Weltkriegen auf feindlichem Boden begraben wurden. Warum gedenken Gesellschaften nur ihrer eigenen nationalen Kriegstoten? Heute sind die feindlichen Toten vielleicht weitgehend aus dem Blickfeld verschwunden, aber das war nicht immer der Fall. In beiden Weltkriegen starben Deutsche und Briten zu Tausenden im Feindesland. Von Berlin bis Bath, von London bis Leipzig begruben die zivilen Gemeinden den Feind auf dem nächstgelegenen Kirchhof. Es mag überraschen, dass sich die Menschen vor Ort dieser Gräber annahmen und sie oft mit großer Zärtlichkeit pflegten. Tim Grady erforscht die Geschichte dieses kuriosen Aspekts der Nachkriegsgemeinschaft. Er schildert, wie die beiden Staaten die Leichen auf neue Soldatenfriedhöfe überführten, die Bevölkerung gegen die Störung der Toten protestierte und die Beziehungen zwischen den Hinterbliebenen und denjenigen, die die Gräber pflegten, für immer abgebrochen wurden. Als der Feind aus den Augen und aus dem Sinn war, konzentrierten sich die Briten und die Deutschen ausschließlich auf das Gedenken an ihre eigenen Kriegstoten und ihre eigenen Opfer. Die heutige insulare öffentliche Erinnerung an die Weltkriege wurde erst dadurch möglich, dass die Spuren des Feindes beseitigt wurden - und die Menschen sich dadurch viel einfachere Erzählungen über die jüngste Vergangenheit zurechtlegen konnten.
Autor
Grady, Tim
Titel
Burying the Enemy
Details
Englischer Text, 36 sw-Fotos. 365 Seiten.
Zustand
Ladenneu
Untertitel
The Story of those who cared for the Dead in two World Wars
Yale University Press 47 Bedford Square London WC1B 3DP Vereinigtes Königreich