Mitte der 1930er Jahre, nach Hitlers Machtergreifung und der tatsächlichen Abkehr Deutschlands von den Beschränkungen des Versailler Vertrags, entwickelten die Ernst Heinkel Flugzeugwerke den erfolgreichen zweimotorigen mittleren Bomber He 111. Spätere Versionen wie die He 111P wurden von Anfang an mit einem einfacheren und besser konstruierten trapezförmigen Flügel sowie einem neuen Rumpf gebaut, um die aerodynamische Leistung zu verbessern und die Position der Besatzung im Inneren des Flugzeugs zu optimieren.
Im Jahr 1938 gab es ein Problem mit einem Mangel an den Daimler-Benz-Motoren, die in die He 111P eingebaut waren, und so mussten die Konstrukteure sie durch einen anderen Typ, den Jumo 211 ersetzen, während der Rest der Struktur unverändert blieb. Diese Modifikation des Typs wurde als He 111H bezeichnet. Anfang 1939 entsprach die Produktion der He 111H zunächst derjenigen der He 111P und übertraf sie dann. Im September 1939 zu Beginn der Kampfhandlungen, betrug die Anzahl der H-Variante bereits die Hälfte aller verfügbaren He 111-Flugzeuge.
Im Frühjahr 1941 begann die Freigabe des Untertyps He 111H-6, der über noch leistungsfähigere Jumo 211F-Motoren verfügte. Die Hauptunterschiede waren neue Breitblattpropeller, einzelne Auspuffkrümmer, sowie eine deutlich verstärkte Schutzbewaffnung.
Die He 111H-6 wurde als Nacht- und Tagbomber eingesetzt, durch die Ausweitung der Kriegsschauplätze auch über Wasserflächen wurde sie jedoch häufig als Torpedoflugzeug verwendet. In dieser Rolle wurde sie sowohl auf dem europäischen als auch auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz eingesetzt, und zwar mit beachtlichem Erfolg. Die He 111H-6 stellte eine erhebliche Bedrohung für Marineschiffe dar, da sie über eine gute Zielgeschwindigkeit und -präzision verfügte und ihre Bewaffnung mit zwei Torpedos die Chancen auf einen Treffer deutlich erhöhte.
Im Jahr 1942 mit dem Aufkommen des neuen Flugzeugs He 177 war geplant, die Produktion der He 111H-6 einzustellen, aber Probleme mit den Motoren der He 177 zwangen die Luftwaffenleitung, die Produktion der He 111H-6 zu verlängern. Insgesamt wurden 1775 Flugzeuge dieser Variante gebaut, von denen eine beträchtliche Anzahl in den folgenden Jahren im militärischen Einsatz blieb, was den Erfolg der Konstruktion und ihre hervorragenden Flugeigenschaften beweist.