Der Borgward B 3000 war eine Familie standardisierter 3-Tonnen-Lkw des deutschen Herstellers Carl F.W. Borgward GmbH. Die Produktion begann 1938 im Werk Bremen-Sebaldsbruck. Die ersten Varianten des Borgward B 3000 wurden bis 1939 hauptsächlich im zivilen Bereich eingesetzt. Dann requirierte die Wehrmacht eine beträchtliche Anzahl für die militärische Logistik im Vorfeld des Krieges, unter anderem für die Feldzüge in Polen und Frankreich. Zu den wichtigsten Varianten gehörten heckgetriebene Modelle (4x2) wie der B 3000 S/O mit einem 3,7-Liter-Reihensechszylinder-Benzinmotor mit 78 PS und der B 3000 S/D mit einem 5-Liter-Reihensechszylinder-Dieselmotor mit 75 PS. Allradgetriebene Varianten (4x4) wie der B 3000 A/O und A/D boten verbesserte Geländegängigkeit, waren mit ähnlichen Motoren und einem Leiterrahmenchassis ausgestattet, das eine Höchstgeschwindigkeit von rund 80 km/h und eine Reichweite von bis zu 500 km ermöglichte.
Diese Konstruktion entsprach den deutschen Standardisierungsbestrebungen im Rahmen des Einheits-Lkw 3t-Programms und legte Wert auf Robustheit und Anpassungsfähigkeit für die Logistik der Wehrmacht im vielfältigen Gelände Europas, Nordafrikas und Russlands. In der militärischen Produktion wurden ressourcenschonende Anpassungen vorgenommen, beispielsweise der Austausch des anfänglichen, abgerundeten Ganzmetall-Fahrerhauses durch ein standardisiertes Einheitsführerhaus-Fahrerhaus aus Holz mit Plane sowie der Verzicht auf den charakteristischen rautenförmigen Kühlergrill zur Vereinfachung der Produktion. Der Borgward B 3000 diente als standardisierter mittelschwerer Lkw im Versorgungssystem der Wehrmacht und transportierte hauptsächlich Munition, Treibstoff, Personal und Stückgut zur Unterstützung der Frontoperationen.
Der Borgward B 3000, der seit seinem Kampfeinsatz im Balkanfeldzug 1941 weit verbreitet war, spielte in verschiedenen Kriegsschauplätzen eine wichtige Rolle in der Logistik, darunter in Nordafrika und an der Ostfront während der Winter 19421944. Dort wurde seine Leistungsfähigkeit durch die extreme Kälte beeinträchtigt, trotz anfänglicher Erfolge in Polen, Frankreich und auf dem Balkan. Auch Einheiten der Luftwaffe nutzten ihn zur Versorgung von Flugplätzen und zum Abschleppen von Ausrüstung, was seine Vielseitigkeit im interkommunalen Transport unterstrich. Varianten wie Tankwagen, Krankenwagen und funkausgestattete Modelle (z. B. der Kfz. 42 Nachrichtenwerkstattkraftwagen) integrierten ihn weiter in spezialisierte Logistikaufgaben, obwohl sich seine Hinterradantriebskonfigurationen für geländegängige Versorgungsrouten als weniger geeignet erwiesen als die damaligen Allradmodelle. Bis 1944 wurden rund 30.000 Einheiten gebaut, was die Bedeutung des Programms für die Stärkung der deutschen Logistik während des Krieges verdeutlicht. Der Borgward B 3000 ergänzte Fahrzeuge wie den Opel Blitz und den Mercedes L. Der Borgward B 3000 ermöglichte modulare Logistik in motorisierten Konvois. Das standardisierte Design des Borgward B 3000 beeinflusste Borgwards Übergang zu schwereren Nachkriegs-Lkw wie dem B 4000. Dieses Vier-Tonnen-Modell, oft als Pritschenwagen oder Bus konfiguriert, übernahm Elemente wie Reihensechszylinder-Benzin- oder Dieselmotoren aus der Vorkriegsentwicklung von Borgward, die im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs Deutschlands für den zivilen Markt und den Export angepasst wurden.