Der gängigen Marinegeschichte zufolge war das Küstenmotorboot eine Idee von drei unternehmungslustigen jungen Offizieren der Royal Navy in der Anfangsphase des Ersten Weltkriegs. Dieses Buch enthüllt, dass die Wahrheit weitaus komplexer und historisch bedeutender war. Recherchen in bisher ungenutzten Familienarchiven zeigen, dass der Schiffbauer John I. Thornycroft eine entscheidende Rolle spielte, indem er auf seinen Vorkriegserfahrungen im neuen Sport des schnellen Motorbootrennens aufbaute, ohne die das technologisch fortschrittliche CMB niemals hätte gebaut werden können. Das Buch analysiert weiter die ursprüngliche Aufgabe, für die diese Boote speziell entwickelt wurden - einen Angriff auf die deutsche Hochseeflotte in ihren geschützten Ankerplätzen - und warum diese Operation nie stattfand. Spätere Aktivitäten werden ebenfalls behandelt, aber am Ende des Krieges betrachteten viele die CMB als Enttäuschung, wenn nicht sogar als völligen Misserfolg. Dies änderte sich 1919 dramatisch mit der Intervention der Royal Navy gegen die Bolschewiki, als CMBs einen spektakulären Überfall auf den Marinestützpunkt Kronstadt durchführten, nachdem das CMB.4 den russischen Kreuzer Oleg im Alleingang versenkt hatte. Obwohl über diese Operationen bereits mehrfach berichtet wurde, hat dieses Buch erstmals Zugang zu zeitgenössischen sowjetischen Berichten, die viel neues Licht auf diese Ereignisse und ihre Bedeutung werfen. Nach dem Krieg verlor die Royal Navy das Interesse an CMBs - im Gegensatz zu den Sowjets, die eine große Anzahl von Kopien bauten -, aber das Thornycroft-Design wurde weiterhin von Marinen in so weit entfernten Ländern wie Finnland und China gebaut und eingesetzt. Einige davon kamen im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz, und auch diese weitgehend unbekannten Aktionen werden behandelt. Die Geschichte endet mit einer Beschreibung des aktuellen Projekts in der Marinebasis Portsmouth, dessen Ziel es ist, eine exakte Nachbildung des CMB.4 zu bauen. Die aus dieser "experimentellen Archäologie" gewonnenen Informationen bilden einen passenden Abschluss für ein Buch, das voller neuer Informationen und neuartiger Erkenntnisse ist.