Es gibt wohl nur wenige militärische Geschichten, über die so ausführlich geschrieben worden ist. Die Geschichte von Dünkirchen hat sich so sehr in das britische Bewusstsein eingegraben, dass sie zum Inbegriff des britischen Wesens in Zeiten nationaler Not geworden ist. Der Ausdruck "Dünkirchener Geist" wurde verwendet, um den britischen Charakter zu definieren. In den Karikaturen jener Zeit wurde die Abkürzung der "British Expeditionary Force" (BEF) zu "Bravery, Endurance, and Fortitude" umdefiniert.
Dies war die vorherrschende nationale Erzählung vom Mai 1940. Eine Geschichte von kleinen Booten, die einer gestrandeten Armee an den Stränden von Dünkirchen zu Hilfe kamen: tapfere Soldaten, die gestorben oder gefangen genommen worden wären, wenn die Flottille ihnen nicht zu Hilfe gekommen wäre. Dies wird durch starke Bilder von stoischen britischen Soldaten unterstützt, die geduldig an den Stränden auf ihre Befreiung warten. Historiker haben in der Folge weitere Faktoren ermittelt, die zum Erfolg der Operation "Dynamo" beigetragen haben. Dazu gehören das milde Wetter und die ruhige See sowie die Nutzung der Ostmole für die großen Schiffe. Der Rauch, der infolge des deutschen Beschusses und der Bombardierungen in der Luft hing, trug dazu bei, die Aktivitäten der BEF zu verschleiern, und Hitlers etwas unerwarteter "Haltebefehl" gab der BEF Zeit, ihren Brückenkopf in Dünkirchen zu konsolidieren. Wenn jedoch die von Shand zitierte Aussage von Gort zutrifft, dass "ohne die 12th Lancers nur ein kleiner Teil der Armee Dünkirchen erreicht hätte", dann scheint es, dass es noch ein weiteres Element der Geschichte gibt, das noch erzählt werden muss. Es war der Grund für die fünf Schlachtauszeichnungen, die das Regiment in nur 21 Tagen erhielt.
Gruppe
Bücher (ladenneu)
Autor
Watson, Philip
Titel
Their Greatest Hour. The Rearguard Action of the 12th Lancers Dunkirk 1940