400 Deutsche, Napoleon und die Entscheidung von Waterloo. Niederlage noch am selben Abend. La Haye Sainte wurde von knapp 400 Mann der King´s German Legion, einem deutschen militärischen Verband in britischen Diensten, gehalten. Die Franzosen drangen um den Hof herum vor und versuchten die Hügel zu stürmen. Dort wurden sie beschossen. Die Angreifer mussten sich zwar zurückziehen, doch sie fügten der King´s German Legion große Verluste zu; zuletzt blieben ihr nur noch wenige Kugeln pro Soldat. Da trotz mehrfacher Anforderungen keine Munition geliefert wurde, musste La Haye Sainte zwischen 17 und 18 Uhr geräumt werden. Von den Männern der King´s German Legion waren zu diesem Zeitpunkt nur noch 42 einsatzfähig.
Simms Buch versieht die Stunden der Verteidigung mit menschlichen Gesichtern. Wir werden nicht Zeugen eines Schlachtgemäldes, sondern des Schicksals von Individuen: Unbekannte, die an diesem Tag zu Helden wurden, rücken ins Zentrum der Darstellung; so etwa der deutsch-jüdische Wundarzt Georg Gerson, der von der französischen Kavallerie in Stücke zerhauen wurde, während er der Garnison zu helfen versuchte. Aber auch die französischen Angreifer werden nicht als eine gesichtslose Masse geschildert, sondern als Menschen aus Fleisch und Blut. Simms schließt mit Überlegungen dazu, ob dieser Nachmittag nicht eine andere Tradition deutscher Militärgeschichte begründen helfen könnte.
Gruppe
Bücher (ladenneu)
Autor
Simms, B.
Titel
Der längste Nachmittag
Details
Mit 16 Abbildungen und 2 Karten. 191 Seiten.
Zustand
Ladenneu
Verlag C. H. Beck oHG Wilhelmstr. 9 80801 München Deutschland