Die Aktivitäten der russischen Marine während des Seekriegs gegen Frankreich (17931815) wurden von westlichen Historikern weitgehend vernachlässigt; dieses Buch zielt darauf ab, dieses Versäumnis zu beheben. Nach Großbritannien und Frankreich verfügte Russland in diesen Jahren über die drittstärkste Marine der Welt, deren Geschwader vor allem in der Ostsee, der Nordsee, dem Schwarzen Meer, dem Mittelmeer und der Adria operierten. Da Russland als Verbündeter Großbritanniens am Krieg gegen das revolutionäre Frankreich teilnahm, steht die Bewertung der Effektivität der russischen Marine in dieser Zeit im Mittelpunkt des Buches, wobei der Zusammenarbeit mit der britischen Royal Navy bei verschiedenen Feldzügen besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dass einige der führenden russischen Marineoffiziere ihre Ausbildung als Kadetten an der Portsmouth Naval Academy in England absolviert hatten und einige russische Schiffe von Offizieren kommandiert wurden, die aus der britischen Marine stammten, trug wesentlich dazu bei, dass diese Phasen der Zusammenarbeit oft reibungslos verliefen. Doch nicht immer: Gelegentlich wurde dieses frühe Beispiel internationaler maritimer Kooperation durch Reibereien und Missverständnisse getrübt. Den Tiefpunkt erreichte die Beziehung jedoch unter der Herrschaft Pauls I. (reg. 17961801), als sich die beiden Marinen faktisch im Kriegszustand befanden und Nelson ernsthaft erwog, die beiden wichtigsten russischen Marinestützpunkte Tallinn und Kronstadt ähnlich wie Kopenhagen zu beschießen. Auch wenn die russische Marine jener Zeit primär als Schöpfung Katharinas der Großen (reg. 176296) betrachtet wird, kommen ihre Gründung durch Peter den Großen (reg. 16821725) und ihre ursprüngliche Zweckbestimmung nicht zu kurz. Das Buch stützt sich durchgehend auf zeitgenössische Berichte und Dokumente aus erster Hand von denen viele in Großbritannien bislang nicht zugänglich waren , welche die von russischen Kommandanten angewandten Taktiken und Strategien beleuchten. Diese Strategien und Taktiken, die von westlichen Marinehistorikern oft heruntergespielt wurden, waren der gängigen Marinedoktrin ihrer Zeit häufig voraus und führten zu mehreren bedeutenden Siegen. Ebenso gewürdigt werden die Bedeutung der landgestützten Infrastruktur für die Unterstützung der russischen Hochseeflotte sowie die Dienstbedingungen an Bord und die Struktur der Befehlshierarchie.
Gruppe
Bücher (ladenneu)
Autor
MacDougal, Philip
Titel
Battles of the Russian Navy 1793-1815
Details
Englischer Text, 33 sw-Abb. 248 Seiten.
Zustand
Ladenneu
Pen & Sword Books Ltd Church Street 47 S70 2AS South Yorkshire Vereinigtes Königreich