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Dieses Buch schildert erstmals alle waghalsigen Fluchtversuche aus dem Oflag IV-C, Schloss Colditz. Im Zuge der deutschen Blitzkrieg-Offensive bis Ende 1939 war eine Vielzahl von Kriegsgefangenen in Festungen und eigens errichteten Lagern untergebracht worden. Für entschlossene Ausbrecherkönige stellte dies eine erste Bewährungsprobe dar; vielen Offizieren gelang es zwar leicht, ihre Freiheit wiederzuerlangen, doch der Weg in Sicherheit war beschwerlich, und oft endeten die Versuche mit einer erneuten Gefangennahme. Mit der Zeit entwickelten sich die alliierten Offiziere zu derart hartnäckigen Fluchtplanern, dass das deutsche Oberkommando ein ausbruchsicheres Gefängnis tief im Osten Deutschlands benötigte. Schloss Colditz bot mit seiner bewegten Geschichte und seinen imposanten Mauern den idealen Ort dafür. Zu den ersten Gefangenen in Colditz zählten Polen. Am 7. November 1940 traf das erste britische Kontingent ein und schloss sich den bereits im Lager Oflag IV-C stationierten Männern an - darunter die "Laufen Six" um Major Pat Reid. Nach und nach kamen weitere alliierte Offiziere hinzu, darunter Belgier, Franzosen und Niederländer, die allesamt als "lästige oder hartnäckige Ausbrecher" eingestuft wurden. Sie bildeten eine Gemeinschaft entschlossener Offiziere, die mit aller Macht fliehen wollten und über vielfältige Fähigkeiten verfügten, die sie untereinander austauschten und verfeinerten; auch dem Inder Dr. Biren Mazumdar gelang eine Flucht. Unter den Insassen befanden sich zudem sogenannte "Prominente" - politische Gefangene wie Giles Romilly, ein Neffe Winston Churchills. Diese Männer gehörten zu den tapfersten Soldaten des Zweiten Weltkriegs und setzten alles aufs Spiel, um die deutsche Kriegsmaschinerie so stark wie möglich zu stören. In den folgenden vier Jahren wurden 183 Fluchtversuche verzeichnet. Reinhold Eggers, der Sicherheitsoffizier von Colditz, richtete im Schloss ein Museum mit Exponaten, Verkleidungen und gefälschten Ausweispapieren ein, um sein Wachpersonal zu schulen und weitere Fluchten zu verhindern. Die Bewachung dieser Männer band wichtige Ressourcen; zudem beeinträchtigten der Zeit- und Kostenaufwand sowie die Mühen bei der Suche nach den Entflohenen die Kriegsanstrengungen Deutschlands.
- Details
- Englischer Text, 16 sw-Abb. 200 Seiten.
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