Während ihres gesamten Bestehens wurde die Rote Armee als eine gewaltige Bedrohung angesehen. Am Ende des Kalten Krieges war sie jedoch zum schwächsten Glied im Machtgefüge der Sowjetunion geworden. Das Militär, das stets der Kommunistischen Partei unterstellt war, sah sich 1991 plötzlich dem Präsidenten eines demokratischen Staates unterstellt. Dale Herspring untersucht genau, wie diese Beziehung die Lebensfähigkeit des Militärs in der neuen Russischen Föderation beeinflusste. Hersprings Buch ist das erste, das die Beziehung zwischen dem russischen Militär und der politischen Führung unter den Präsidenten Michail Gorbatschow, Boris Jelzin und Wladimir Putin bewertet. Er schildert eine veraltete und demoralisierte Streitmacht, die immer noch darum kämpft, sich von den Paradigmen des Kalten Krieges zu befreien, während sie nicht nur mit den Debakeln in Afghanistan und Tschetschenien, sondern auch mit dem Anstieg von Kriminalität und Korruption in den eigenen Reihen nicht fertig wird. Er enthüllt, wie Gorbatschow das Militär vernachlässigte, um Russland vor dem inneren Zusammenbruch zu bewahren, und wie Jelzin seine fortgesetzten Unterstützungsversprechen nicht einhielt. Und während Putin behauptet, die Streitkräfte besser zu verstehen, hat er seine Kontrolle über das Militär stark verschärft und gleichzeitig dessen Modernisierungsbestrebungen überwacht. Herspring argumentiert, dass die Führungsrolle des Präsidenten - oder ein erheblicher Mangel daran - die entscheidende Variable dafür war, welche Art von Militär Russland ins Feld schickt. Es ist Aufgabe des Präsidenten, dafür zu sorgen, dass das Oberkommando erfolgreich an die neue Politik angepasst wird - andernfalls wird die Kampfbereitschaft sinken und Generäle und Admiräle könnten politisiert werden. Indem er sich darauf konzentriert, wie das Oberkommando auf die Entscheidungen und den Führungsstil des jeweiligen Präsidenten reagiert hat, zeigt Herspring, dass trotz der anhaltenden Bedeutung der bürokratischen Struktur des Militärs persönliche Faktoren eine viel wichtigere Rolle spielen als in der Vergangenheit. Das Buch bietet die bisher umfassendste Analyse des Einflusses des russischen Präsidenten auf das russische Offizierskorps, die von ihm geführten Soldaten und die Kampfbereitschaft der Armee. Er beleuchtet das Chaos, das die UdSSR und Russland in den letzten 25 Jahren heimgesucht hat, und zeigt auf, wie sich die oft angespannte Beziehung zwischen dem Präsidenten und dem Oberkommando entwickeln muss, wenn die Russische Föderation zu einer wirklich demokratischen Nation werden soll.
Gruppe
Bücher (ladenneu)
Autor
Herspring, Dale R.
Titel
The Kremlin and the High Command. Presidential Impact on the Russian Military from Gorbachev to Putin
Details
Englischer Text, Paperback. 256 Seiten.
Zustand
Ladenneu
University Press of Kansas 2502 Westbrooke Circle KS 66045-4 Lawrence Vereinigte Staaten von Amerika