Wie wäre es wohl, seine Liebsten zurückzulassen, im Wissen, dass man sie vielleicht nie wiedersehen wird? Dann mitten in der Nacht auf einem Schiff in Richtung eines unbekannten Ziels in See zu stechen und sich plötzlich inmitten einer Schlacht wiederzufinden - einer Schlacht, die unter feindlichen Bedingungen endet, die so grausam sind, dass selbst das Überleben in der Gefangenschaft weiterhin auf dem Spiel steht? Entstanden aus einem kleinen, vergilbten Adressbuch, das heimlich von einem jungen Soldaten des Royal Army Service Corps geführt wurde, erzählt "Captured at Singapore" die Geschichte eines Kriegsgefangenen - eine Geschichte voller Abenteuer, Mut, Widerstandskraft und Glück. Im Jahr 1940 wurde der Londoner Stanley Moore zum Fahrer T/170638 und absolvierte gemeinsam mit vielen anderen Angehörigen der 18. Division der britischen Armee eine Ausbildung für den Wüstenkrieg. Ihre Mission, so glaubten sie, bestand darin, im Nahen Osten gegen Hitler und den Faschismus zu kämpfen. Doch aufgrund einer Planänderung - und eines neuen Bestimmungsortes - wurden er und seine Kameraden zu Opfern auf einem Kontinent, der weitaus weiter von der Heimat entfernt lag. Nach einer harten, rudimentären Kampfausbildung in England brach Stans Division zu einem geheimen Überseeeinsatz auf. Nach monatelanger Seereise und mehreren unerwarteten Zwischenstopps wurde ihr Konvoi auf die andere Seite der Welt umgeleitet - just in jenem Moment, als die Kaiserlich Japanische Armee eine Schneise der Verwüstung durch die Mandschurei, Hongkong und andere Teile Asiens schlug. Singapur stand damals unter alleiniger britischer Hoheit; nach dem Ersten Weltkrieg war dort ein großer Marinestützpunkt errichtet worden, um die Insel am Fuße der Malaiischen Halbinsel zu verteidigen. Die britische Regierung war fest davon überzeugt, dass Japan ihr kostbares Hoheitsgebiet niemals angreifen würde, und überließ Singapur daher weitgehend sich selbst - mit nur wenigen Truppen und veralteter Ausrüstung. Doch nach dem Angriff auf Pearl Harbor wurde die 18. Division - schlecht ausgebildet und unzureichend versorgt - kurzerhand umgeleitet, um den Kampf gegen die Japaner aufzunehmen. Gestützt auf umfangreiche Recherchen und persönliche Dokumente, schildern die Autoren - anhand des kleinen, vergilbten Tagebuchs ihres Vaters sowie einer von ihm im Jahr 1990 angefertigten Tonbandaufnahme - Stans Reise und seine Ankunft im Hafen von Keppel unter feindlichem Artilleriebeschuss. Sie berichten von der grausamen, 17 Tage andauernden Schlacht um die Verteidigung der Insel, von der "Japanischen Ermahnung" und von den entsetzlichen Bedingungen der Zwangsarbeit nach der Kapitulation. Nur ein kleiner Bruchteil der insgesamt 85.000 britischen Soldaten kehrte nach Kriegsende in die Heimat zurück. Die Gefangenschaft und die jahrelangen Traumata raubten diesen jungen Soldaten letztlich wertvolle Jahre ihres Lebens - Jahre, die sie auf Anweisung der britischen Regierung später schlichtweg vergessen sollten. Das Ziel dieser Arbeit ist es, künftigen Generationen Informationen bereitzustellen, damit sie verstehen können, wie gewöhnliche Männer unter den grauenhaften Bedingungen des Krieges starben und wie die Glücklichen überlebten.
Gruppe
Bücher (ladenneu)
Autor
Robertson, Jill/Slimming, Jan
Titel
Captured at Singapore
Details
Englischer Text, einige sw-Abb. 276 Seiten.
Zustand
Ladenneu
Untertitel
A Diary of a Far East Prisoner of War
Pen & Sword Books Ltd Church Street 47 S70 2AS South Yorkshire Vereinigtes Königreich