Marcellus' militärische Heldentaten wurden von keinem anderen Aristokraten der mittleren römischen Republik übertroffen. Als junger Soldat im Ersten Punischen Krieg erwarb er sich einen Ruf für seine Fähigkeiten im Zweikampf. In seinem ersten Konsulat errang er einen Triumph, weil er einen gallischen Stamm besiegte, was an sich schon eine große Leistung war, und er tötete auch den gallischen Häuptling Britomartus im Zweikampf. Infolgedessen erhielt er die spolia opima, eine Auszeichnung, die römischen Altertumsforschern zufolge nur zweimal zuvor verliehen worden war, einmal an Romulus selbst. Anschließend besiegte er den bis dahin unbesiegbaren Hannibal in einer kleinen Schlacht in der Nähe der mittelitalienischen Stadt Nola und führte anschließend ein Heer an, um die mächtige Stadt Syrakus in einer epischen zweijährigen Belagerung zu unterwerfen und zu plündern (trotz der genialen Verteidigungsmaßnahmen des Erfinders Archimedes). Doch trotz seiner unbestreitbaren Erfolge als Krieger und Feldherr stieß Marcellus in Rom auf erheblichen politischen Widerstand.
Marcellus' Karriere ist nicht nur eine spannende Lektüre, sondern bietet auch einen ausgezeichneten Blickwinkel auf die militärischen und politischen Kämpfe jener Zeit und die Rolle militärischer Erfolge in der aristokratischen Kultur der römischen Republik. Seine Biographie wird eine wichtige Ergänzung zu den bestehenden Werken über die römische Militärgeschichte sein.