Am 21. März 1918 startete Deutschland zum ersten Mal seit August 1914 einen Großangriff gegen die vereinten anglo-französischen Armeen an der Westfront. Für beide Seiten war diese Offensive ein Wendepunkt in ihrem Schicksal und im Ausgang des Ersten Weltkriegs. Für die Deutschen bedeuteten die kumulativen Auswirkungen aufeinanderfolgender Angriffe und übermäßige Verluste, dass sie nicht mehr in der Lage waren, dem Gegenangriff der Alliierten im August 1918 standzuhalten. Für die Briten stellte die Offensive eine Phase extremer Krise dar, da die BEF gefährlich nahe an den Zusammenbruch geriet. Was das Ausmaß betrifft, so stellte der Rückzug der britischen Armeen den Rückzug der Ersten Armee aus Mons im Jahr 1914 in den Schatten. Ebenso zeugte die Zahl der Verluste auf beiden Seiten von der Heftigkeit der Kämpfe. Trotz ihrer Verluste und des Rückzugs von acht Armeekorps blieb die britische Armee jedoch bemerkenswert entschlossen und konnte schließlich, nachdem sie die Lage mit Hilfe ausreichender Reserven stabilisiert hatte, dem Feind die Initiative wieder entreißen. "A Great Storm Arising" befasst sich zunächst mit dem allgemeinen Kontext, in dem die Offensive stattfand, unter Berücksichtigung politischer, wirtschaftlicher, diplomatischer und militärischer Aspekte. Die Fragen der Manpower und der Verteidigung in der Tiefe, die die Reaktion Großbritanniens auf den Angriff prägten, werden eingehend untersucht. Ein Kapitel ist der Moral der britischen Armeen während des Rückzugs gewidmet, während das Buch auch die Mittel betrachtet, mit denen die Nachrichten über die Offensive an die britische Öffentlichkeit weitergegeben wurden. Dieses Buch erhebt nicht den Anspruch, eine vollständige chronologische Darstellung der deutschen Offensive zu sein. Vielmehr untersucht es anhand ausgewählter Fallstudien die Reaktion der britischen Armee auf den Übergang von statischer zu mobiler/defensiver Kriegsführung, da ihre taktische und organisatorische Entwicklung inkonsistent und gelegentlich regressiv war. Die Fallstudien stammen sowohl aus der Operation Michael als auch aus den Schlachten an der Lys und basieren auf bestimmten Armeekorps. Dieser Ansatz bildet die Grundlage für eine vergleichende Studie. Angesichts ihrer Bedeutung für den Ausgang des Ersten Weltkriegs wurden der Rückzug der britischen Armee und ihre anschließende Erholung in der frühen Geschichtsschreibung des Konflikts marginalisiert. Seit John Terraine jedoch erstmals ihren Status als eines der großen Dramen des Krieges erkannte, hat die deutsche Offensive die Aufmerksamkeit einer neuen Generation von Historikern auf sich gezogen, deren Arbeit sich in einer Reihe von Literatur, Analysen und Debatten widerspiegelt. "A Great Storm Arising" möchte diese Forschung bereichern.