Band 16 der Reihe "Europe @ War". War die Umsetzung der NATO-Strategie durch Großbritannien glaubwürdig? Nach der Verabschiedung der "Flexible Response"-Strategie im Jahr 1967 verließ sich die NATO bei der Verteidigung des Westens auf konventionelle Streitkräfte. Großbritannien spielte in den Plänen der NATO eine zentrale Rolle, aber war die britische Verteidigungsplanung dieser Aufgabe angemessen? Wie plante die Regierung den Einsatz der konventionellen Streitkräfte für das Spektrum der Operationen, zu denen sie sich verpflichtet hatte? Wie sollten die Streitkräfte mobilisiert werden, und wie sah die Planung für die Mobilisierung im Einzelnen aus?
1967 wurde MC14/3 von der NATO als strategisches Gesamtkonzept angenommen. Es stützte sich auf eine eskalierende Abschreckung, die von konventionellen über taktische Nuklearschläge bis hin zu strategischen Nuklearangriffen reichte. Dieses Konzept wird gemeinhin als "Flexible Response" bezeichnet und ersetzte die "Trip-Wire"-Reaktion der NATO. Erklärtes Prinzip des strategischen Konzepts war es, die Gefahr eines irrtümlich ausgelösten Atomkrieges zu verringern, Gewalt mit gleicher Gewalt zu begegnen und die nukleare Schwelle im Falle eines tatsächlichen Krieges zu erhöhen. Anhand neu verfügbarer Dokumente aus britischen und anderen Archiven wird in diesem Band gezeigt, dass die Strategie keineswegs flexibel war, sondern im Falle eines Krieges zum Scheitern verurteilt war. Das Konzept scheiterte daran, dass die Bündnismitglieder nicht in der Lage waren, eines der wichtigsten Elemente der konventionellen Abschreckung - die Nachhaltigkeit - zu gewährleisten. In diesem Buch wird das Paradoxon zwischen dem öffentlichen Erscheinungsbild der Verteidigungspolitik und der Praxis analysiert. In dem Buch wird untersucht, ob die Planung funktioniert hätte und was im Falle eines Krieges in Europa geschehen wäre. Zur Beantwortung dieser Frage werden die Konflikte auf den Falklandinseln und im Golf von Mexiko herangezogen, um die Durchführbarkeit der vorhandenen Pläne zu bewerten. Die Elemente, von denen die britische Verteidigung abhing, wurden auch mehr als 20 Jahre nach Verabschiedung der neuen Strategie noch aufgebaut. Die britische Verteidigungspolitik befasste sich weniger mit den Bedrohungen, denen das Land ausgesetzt war, als mit der Frage, wie wenig Geld für die Verteidigung ausgegeben werden konnte. "Never Ready" ist umfassend mit zeitgenössischen Fotos, viele davon in Farbe, und eigens in Auftrag gegebenen Diagrammen, Farbprofilen und Karten illustriert.
Gruppe
Bücher (ladenneu)
Autor
White, Kenton
Titel
Never Ready. NATO's Flexible Response Strategy, 1968-1989
Details
Englischer Text, Paperback, 15 sw- und 89 Farbfotos, Farbprofile, Diagramme und Karten, Großformat. 94 Seiten.