Band 4 der reihe "A Time of Knights 400 CE to 1453 CE" bricht mit der historiografischen Gewohnheit, die römisch-byzantinische Armee ausschließlich während der Regierungszeit Justinians (527565 n. Chr.) zu untersuchen und dabei die östlichen Kaiser zu vernachlässigen, die ihm nach dem Untergang des Weströmischen Reiches im Jahr 476 vorausgingen. Diese umfassende Studie reicht bis zum Ende der Regierungszeit Heraklius' im Jahr 641 - dem letzten Soldatenkaiser der spätrömischen Tradition. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Slawen die lateinischsprachigen Gebiete des Balkans erobert und die Muslime hatten Syrien und Ägypten unterworfen. Diese beiden aufstrebenden Mächte läuteten eine neue geopolitische Ära ein und entzogen der kaiserlichen Armee umfangreiche Ressourcen. Konstantinopel war zu diesem Zeitpunkt vollständig zu Byzanz geworden, und die spätrömische Militärtradition konnte nicht mehr aufrechterhalten werden. Im Laufe dieser 165 Jahre durchlief die römisch-byzantinische Armee einen bedeutenden Wandel. Zusätzlich zu traditionellen Feinden wie den Persern und den Reitern der Steppe stand sie vor neuen Herausforderungen: Feldzüge in Nordafrika und Kriege gegen die Vandalen und Ostgoten. In diese Eroberungen verwickelt, sah sich die kaiserliche Armee gezwungen, neue Gebiete gegen die Mauren in Afrika und die Langobarden in Italien zu verteidigen. Entlang der Donaugrenze musste sie die Slawen und Awaren in Schach halten, deren Belagerungskrieg eine direkte Bedrohung für Byzanz selbst darstellte. Neue Organisationsformen und Taktiken wurden unerlässlich. Handelte es sich noch um eine spätrömische Armee - oder war eine eindeutig byzantinische Armee entstanden? Das ist die Frage.
Autor
Richardot, Philippe
Titel
Birth of the Byzantine Army 476-641 CE. Band 2: Watch them Fight!