Laut dem offiziellen Historiker Brigadegeneral James Edmonds: "Die Expeditionsarmee von 1914 war in jeder Hinsicht die am besten ausgebildete, am besten organisierte und am besten ausgerüstete britische Armee, die jemals in den Krieg gezogen ist". Es gab beträchtliche Debatten darüber, inwieweit Edmonds' Behauptung gerechtfertigt war und inwieweit die britische Armee die Lehren aus den jüngsten Ereignissen (vor allem aus den kränkenden Erfahrungen in Südafrika) gezogen hatte. Nach gängiger Meinung war die britische Armee 1914 auf die Entwicklung des Grabenkriegs ab Oktober 1914 völlig unvorbereitet, und es kostete viele Menschenleben und eine kostspielige "Lernkurve", bis die Briten mit den neuen Bedingungen der Kriegsführung zurechtkamen.
Angesichts der Tatsache, dass der Krieg im Jahrzehnt vor August 1914 erwartet wurde - und dass viel Zeit und Geld für die Vorbereitung auf diesen Krieg aufgewendet wurde - liegt die Frage nahe, warum die britische Armee nicht besser auf den Krieg vorbereitet war, als er kam. Dies wirft wichtige Fragen darüber auf, wie Armeen aus ihren Erfahrungen lernen und wie sie sich auf das Unbekannte - nämlich einen Krieg - vorbereiten, ohne dabei Kugeln und Granaten einzusetzen. Wie realistisch und nützlich waren die Übungen und Manöver, die die britische Armee in der Zeit zwischen dem Ende des Burenkrieges 1902 und dem Ausbruch des Krieges im August 1914 durchführte? Die meisten Historiker haben sie entweder ignoriert oder sie als Zeit- und Geldverschwendung abgetan. Bei den zwischen 1902 und 1913 durchgeführten Manövern kamen große Truppen zum Einsatz - manchmal bis zu 45.000 Mann und 12.000 Pferde - sowie Geschütze, Lastwagen, Züge und die erste größere Anzahl von Militärflugzeugen, die jemals in Großbritannien eingesetzt wurde. Viele der Namen, die man später von der Westfront her kannte - Haig, French, Rawlinson und Allenby - waren daran beteiligt, ebenso wie viele der Truppen, die im August 1914 mit der British Expeditionary Force (BEF) nach Frankreich übersetzen sollten. Ihre Bemühungen wurden von einer großen Menschenmenge sowie von Politikern, Vertretern ausländischer Armeen und Journalisten (von denen einige in Armeeeinheiten "eingebettet" waren) beobachtet; die Zeitungen berichteten umfassend und mit vielen Meinungen.
Welche Lehren wurden daraus gezogen, welchen Wert hatten diese Manöver und wie stehen sie in Bezug zu den Ereignissen des Krieges - insbesondere in den ersten Monaten? Wie lassen sich die britischen Erfahrungen mit denen der kontinentalen Armeen vergleichen, die in dieser Zeit ebenfalls in großem Umfang von Manövern Gebrauch machten?
Gruppe
Bücher (ladenneu)
Autor
Batten, Simon
Titel
Futile Exercise? The British Army's Preparations for War 1902-1914
Details
Englischer Text, Paperback, etwa 50 sw-Fotos und Illustration, 4 Karten. 236 Seiten.