Das Interesse an Grönland während des Zweiten Weltkrieges war eine direkte Folge seiner wichtigen strategischen Lage - wer das Wetter in Europa vorhersagen wollte, musste Männer auf der riesigen, gefrorenen Insel stationieren. Das berühmteste Beispiel für den entscheidenden Beitrag Grönlands zu den meteorologischen Diensten der Alliierten ist die korrekte Wettervorhersage im Juni 1944, die zur Entscheidung führte, die Invasion in der Normandie zu starten. Darüber hinaus waren sowohl vor als auch nach dem D-Day Wetterberichte aus Grönland für die Alliierten unverzichtbar, um ihre Bombardierungsoffensive gegen Deutschland durchführen zu können. Die Deutschen waren sich der meteorologischen Bedeutung Grönlands bewusst und versuchten wiederholt, entlang der dünn besiedelten Ostküste der Insel semipermanente Wetterstationen zu errichten. Dies führte zu einem epischen Katz-und-Maus-Spiel, in dem Angehörige der US-Küstenwache mit Unterstützung einer berühmten Schlittenpatrouille aus skandinavischen Abenteurern darum kämpften, die deutschen Stützpunkte zu lokalisieren und zu zerstören, bevor diese Schaden anrichten konnten. Diese Geschichte ist wenig bekannt, doch Tatsache ist, dass Grönland der einzige Teil des nordamerikanischen Kontinents war, auf dem deutsche Truppen fast während des gesamten Krieges präsent waren. Gleichzeitig löste der Kriegseintritt der USA enorme Anstrengungen aus, um in aller Eile die notwendige Infrastruktur in Form von Häfen und Luftwaffenstützpunkten aufzubauen, die Grönland zu einem wichtigen Bindeglied bei der Versorgung der Truppen und der Nachschublieferungen über den Nordatlantik trotz der heftigen Gegenwehr der deutschen Marine machten. Während alliierte Schiffe in großer Zahl die Gewässer Grönlands durchquerten, flogen Flugzeuge die sogenannte Schneeballroute von Grönland über Island zu den Britischen Inseln. Dies führte zu einer Reihe tragischer Zwischenfälle, wie beispielsweise dem Untergang des Transportschiffs SS Dorchester vor Grönland im Februar 1942, bei dem 674 der 904 Männer an Bord ums Leben kamen, darunter die "vier Geistlichen" - Vertreter der Methodisten, der Reformierten Kirche, der katholischen Kirche und des Judentums -, die ihre Schwimmwesten abgaben, um anderen das Leben zu retten. Im Juli desselben Jahres kam es zu einer der größten Notlandungen der Geschichte, als "die verlorene Staffel", bestehend aus sechs P-38 Lightning-Kampfflugzeugen und zwei Flying Fortresses, auf einem Gletscher in Grönland notlandete.
Gruppe
Bücher (ladenneu)
Autor
Harmsen, Peter
Titel
Greenland at War
Details
Englischer Text, Paperback, mehr als 30 sw-Fotos. 256 Seiten.
Zustand
Ladenneu
Untertitel
United States, Germany and the Struggle for the Arctic, 1939–45