Gegen Ende des Jahres 1944 schien der Zusammenbruch des Dritten Reiches unmittelbar bevorzustehen; dennoch blieben vereinzelt Reste entschlossenen Widerstands bestehen - so auch in der Slowakei, wohin 15.000 deutsche Soldaten entsandt worden waren, um eine Widerstandsbewegung im Untergrund niederzuschlagen. General Donovan hatte US-Präsident Roosevelt davon überzeugt, dass sein OSS-Personal entscheidend zum Erfolg beitragen könne: nicht nur durch die Unterstützung abgeschossener alliierter Piloten, sondern auch durch die Hilfe für den tschechischen Widerstand sowie durch das Sammeln von Geheimdienstinformationen über die deutschen Besatzer und die Durchführung von Sabotageakten gegen diese. So entsandte das Office of Strategic Services im September 1944 das "Dawes-Team" in die Slowakei - fast zeitgleich mit der "Windproof"-Mission des britischen Special Operations Executive (SOE). Doch bedrängt von einer zahlenmäßigen Übermacht deutscher und verbündeter Truppen, geplagt von Nahrungsmittelknappheit, Krankheiten und dem härtesten Winter Europas seit 50 Jahren, gerieten die Mitglieder des Dawes-Teams und seiner Untereinheiten schon bald in Gefangenschaft. Obwohl sie in Uniform und im Besitz gültiger militärischer Ausweise gefasst worden waren, wurden diese Angehörigen des OSS und SOE brutal verhört, gefoltert und schließlich am 24. Januar 1945 von der SS im Konzentrationslager Mauthausen in Österreich hingerichtet. Angesichts der naturgemäß streng geheimen Natur beider Missionen drangen die Nachrichten über dieses Massaker nur zögerlich an die Öffentlichkeit. Die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen durch US-Truppen im Mai 1945 brachte nicht nur Augenzeugen - darunter ein weiteres OSS-Mitglied - zutage, sondern führte auch zur Entdeckung belastender Akten. Die Täter, die den Krieg überlebt hatten, wurden schon bald von den Militärbehörden der US-Armee vor Gericht gestellt; die Mehrheit der Angeklagten wurde dabei zum Tode verurteilt. Die Gerichtsverfahren lösten - damals wie heute - Kontroversen aus, was auf die rasche Abwicklung der Prozesse sowie auf die teils irreguläre Verfahrensführung zurückzuführen war. In den darauffolgenden Jahren wurde der Opfergang der Angehörigen von OSS, SOE und der Partisaneneinheiten nicht nur von den Veteranen selbst, sondern auch von der dankbaren slowakischen Bevölkerung im Rahmen jährlicher Gedenkfeiern gewürdigt. Dieses Buch zeichnet den Verlauf der verhängnisvollen Mission, das Schicksal und den Tod der zwölf OSS-Mitarbeiter, die juristische Aufarbeitung in der Nachkriegszeit sowie das bis heute andauernde Gedenken an das Opfer dieser Männer nach.