Band 11 der Reihe "A Time of Knights 400 CE to 1453 CE". Am Ende des Mittelalters durchlief die französische Monarchie eine Phase tiefgreifender politischer und institutioneller Umgestaltung, für die der Hundertjährige Krieg sowohl den historischen Rahmen als auch den wesentlichen Auslöser bildete. Die Niederlagen des französischen Rittertums, die Unregelmäßigkeit und oft mangelnde Effizienz des Feudaldienstes, die langwierige Truppenaushebung sowie das Aufkommen neuer Kriegsführungsformen darunter "Chevauchées", langwierige Belagerungen und die wachsende Bedeutung der Artillerie offenbarten die strukturellen Grenzen eines Militärsystems, das noch weitgehend auf persönlicher Tapferkeit, adliger Verpflichtung und Vasallitätsverhältnissen beruhte. Vor diesem Hintergrund leitete Karl VII. jenen Prozess ein, der zur Bildung eines stehenden Heeres führte; dieser ist vor allem mit der Einführung der Compagnies dordonnance (1445), der Aufstellung der Francs-archers (1448) und der Konsolidierung einer stärker strukturierten königlichen Artillerie verbunden. Ein solcher Wandel vollzog sich jedoch nicht aus dem Nichts. Die Schaffung einer dauerhaften militärischen Institution insbesondere angesichts erheblicher politischer und gesellschaftlicher Widerstände ist als Teil eines längerfristigen Entwicklungsprozesses zu verstehen, in dessen Verlauf die wesentlichen administrativen, fiskalischen und militärischen Grundlagen schrittweise gelegt wurden. Tatsächlich sind die Militärreformen Karls VII. als Höhepunkt eines langwierigen Professionalisierungs- und Zentralisierungsprozesses zu betrachten. Die zentrale Fragestellung dieses Buches gilt den Ursprüngen und Erklärungsfaktoren dieses Wandels: Wie und warum ersetzte die französische Monarchie das feudale Modell des Heeresaufgebots und des allgemeinen Aufgebots ("arrière-ban") durch ein stabileres, besoldetes, reglementiertes und zentral gesteuertes Militärsystem, das dauerhaft an die Krone gebunden war? Dementsprechend untersucht das Buch Organisation, Entwicklung, Kommandostrukturen und militärische Ausrüstung der französischen Compagnies dordonnance, Francs-archers und der Artillerie bis zum Jahr 1480. Ergänzt wird die Studie durch zahlreiche Tafeln und Abbildungen.