Der Krieg von 1809 zwischen Frankreich und dem habsburgischen Österreich - der in der gewaltigen Schlacht bei Wagram gipfelte - wurde oft als Napoleons letzter erfolgreicher Feldzug beschrieben. Napoleon äußerte später, dass die Manöver und Operationen der französischen Armee sowie ihrer deutschen Verbündeten in den ersten beiden Wochen dieses Konflikts zu den brillantesten und geschicktesten seiner gesamten Laufbahn zählten. Doch der Verlauf der Ereignisse hätte auch ganz anders ausfallen können. Eine Reihe von Fehleinschätzungen, Irrtümern und Kommunikationspannen - sowohl im Vorfeld der österreichischen Kriegserklärung als auch in den ersten Tagen der Kampfhandlungen - hätte für den französischen Kaiser durchaus einen schweren Rückschlag, wenn nicht gar eine Katastrophe bedeuten können. Dass es nicht dazu kam, ist zu einem großen Teil den Entscheidungen und Handlungen von Marschall Louis Davout zu verdanken - dem sogenannten "Eisernen Marschall". Dies ist die erste englischsprachige Studie über Marschall Davouts Befehlsführung und Führungsstil seit über fünfzig Jahren. Außerhalb Frankreichs kaum bekannt, zählte Louis Davout zu den fähigsten Generälen in Napoleons Armee - ein Umstand, der durch seinen vernichtenden Sieg über die preußische Hauptstreitmacht bei Auerstedt im Oktober 1806 eindrucksvoll belegt wurde. Als strenger, ja mitunter harter Verfechter der Disziplin und als absolut schonungsloser Gegner auf dem Schlachtfeld war Davout zugleich ein liebevoller Familienvater, der sich akribisch um die Gesundheit und das Wohlergehen seiner Truppen sorgte und es verstand, sich die Loyalität seiner Divisionskommandeure weitaus länger zu sichern als jeder seiner Zeitgenossen. In dieser Studie beschreibt Martin Sullivan detailliert die Entscheidungsprozesse und Handlungen Marschall Davouts und veranschaulicht anhand dieser Analyse Führungskonzepte und -theorien, die auch in der heutigen Welt nichts an ihrer Relevanz eingebüßt haben. Mit dem Schwerpunkt auf der Anfangsphase des Wagram-Feldzugs untersucht er eingehend die Entscheidungen und Handlungen der beteiligten Akteure: Davout, seinen Gegenspieler Erzherzog Karl sowie Napoleon selbst. Auf diese Weise wird die Kunst der Führung in ihrer praktischen Anwendung - inmitten eines intensiven und tödlichen Konflikts - unmittelbar erfahrbar.