Blutdurst oder Berufsstolz? Neben dem Legionär ist der Gladiator zu einer der beliebtesten Ikonen der römischen Antike geworden. Er war der Star der ersten Massenunterhaltungskultur der Geschichte. Aber entsprechen das Gemetzel in der Arena unter dem Jubel eines hemmungslosen Publikums und die trostlosen Lebensbedingungen der versklavten Kampfmaschinen, wie wir sie aus unzähligen Filmen kennen, der Realität? Marcus Junkelmann forscht seit Jahrzehnten über Gladiatoren und ist zu vielen neuen und unerwarteten Erkenntnissen gekommen. Der Gladiatorenkampf war eine streng reglementierte Kampfkunst unter der Aufsicht von Schiedsrichtern. Nur eine Minderheit der Duelle endete mit dem Tod eines der Gegner. Das lag daran, dass die medizinische Versorgung besser war als die, die den meisten Zivilisten zur Verfügung stand. Die Kämpfe wurden wie Opern inszeniert und von mitreißender Musik begleitet. Die Waffen und Kampfstile der verschiedenen Gladiatorentypen und ihre Kombinationen zu Kämpferpaaren waren genau festgelegt. Der Autor hat sie nicht nur anhand von Quellen identifiziert, sondern auch in Rekonstruktionen und Experimenten in der Praxis getestet und anschaulich dokumentiert. Viele Gladiatoren kämpften freiwillig und waren sehr stolz auf ihren Beruf. Nicht wenige von ihnen hatten Frauen und Kinder. Und die Darbietungen waren nicht einfach Ausdruck von Voyeurismus und Blutdurst, sondern erfüllten in der Frühzeit religiöse Funktionen im Totenkult und dienten später einer heroischen Staatsideologie.
Autor
Junkelmann, Marcus
Titel
Gladiatoren
Details
159 Abb., Großformat. 96 Seiten.
Zustand
Ladenneu
Untertitel
Die Wirklichkeit hinter der Legende
Nünnerich-Asmus Verlag & Krämerstraße 25 55276 Oppenheim Deutschland