Im Laufe der Jahre, während die Serie Streets of Old Hong Kong von King & Country wuchs und sich weiterentwickelte, erwies sich eine ganze Bibliothek von Fotobänden als wichtige Inspirationsquelle. Diese Bücher dokumentieren in meist schwarz-weißen Bildern die Menschen, Orte und Ereignisse, die jene faszinierende Stadt geprägt haben, die ich stolz meine Heimat nenne. Zu meinen Lieblingsfotobüchern zählen jene, die die Zeit zwischen 1890 und 1914 behandeln eine Ära, in der traditionelle chinesische Kleidung für Männer wie Frauen zum Alltag gehörte. Eine Vielzahl von Fotografen hielt diese Bewohner Hongkongs, ihre Kleidung, ihre Wohnstätten, ihre bevorzugten Fortbewegungsmittel sowie unzählige weitere Details ob schlicht oder kunstvoll im Bild fest. Darunter waren sowohl im Ausland geborene Fotografen als auch in der Mehrzahl einheimische Chinesen, die allesamt einen Blick für Details und Originalität bewiesen. Diese neueste Ergänzung unserer Streets-Serie zeigt einen jungen Fotografen aus Hongkong bei der Arbeit. Obwohl er die schlichte, aber praktische chinesische Mode jener Zeit trägt, ist sein Haar noch immer zu einem Zopf gebunden dem sogenannten Queue. Dabei handelte es sich um einen langen Zopf am Hinterkopf, während der vordere Teil des Kopfes kahl geschoren war. Als Zugeständnis an die Moderne trägt der junge Fotograf zudem einen westlichen Strohhut, den sogenannten Boater (Kanotier). Diese Hüte galten als halbformelle Sommerkopfbedeckung für Männer und waren vom späten 19. bis ins frühe 20. Jahrhundert beliebt. Sie gelangten zunächst auf den Köpfen westlicher Reisender nach China und Hongkong, wo sie eine leichtere Alternative zum Tropenhelm (Solar Topee) darstellten. Während der Tropenhelm in einigen asiatischen Gesellschaften als Symbol des ausländischen Kolonialismus wahrgenommen wurde, galt der modernere Boater als akzeptabler und wurde von Asiaten aller Gesellschaftsschichten getragen. Hier bereitet sich unser Fotograf aus Hongkong darauf vor, mit seiner auf einem einfachen Holzstativ montierten Plattenkamera ein Foto aufzunehmen. Bei diesen historischen Großformatkameras diente anstelle von flexiblem Film eine beschichtete Glasplatte als Negativ oder Positiv. Der gesamte Prozess erforderte, dass der Fotograf die Platte selbst beschichtete, sensibilisierte, belichtete und entwickelte ein haptisch geprägtes Verfahren, das heute wegen seiner außergewöhnlichen Detailtreue und einzigartigen Ästhetik hoch geschätzt wird. Am Boden, zu seinen Füßen, steht ein großer Reisekasten, der weitere Glasplatten sowie eine Auswahl der für diesen Prozess benötigten Chemikalien enthält.
Kein Spielzeug! Nicht für Kinder unter 14 Jahren!
King & Country UK Green Lane Ind. Est. DL16 6DL Spennymoor, Co Durham Vereinigtes Königreich