Im Jahr 1942 gab die oberste Führung an das "Reichssicherheitshauptamt" die Order aus, sämtliche Massengräber im deutsch besetzten Ostmittel- und Osteuropa unkenntlich zu machen. Der Auftrag in der "geheimen Reichssache" lautete, die Mordstätten zu finden, die Leichen auszugraben, zu verbrennen und das Gelände zu tarnen. Únter dem Kommando von SS-Standartenführers Paul Blobel wurden Leichen "enterdet", eingeäschert und ihre Asche verstreut.
Die eigentliche Arbeit wurde Juden aus den Ghettos, Kriegsgefangenen und Gefängnisinsassen aufgezwungen. Ebenso wurde versucht, alle verfänglichen Schriftunterlagen und sonstigen Informationen zu vernichten, die den Völkermord an den europäischen Juden, die Ermordung der sowjetischen Kriegsgefangenen, die Vernichtung der Roma und die Hinrichtungen polnischer Nationalisten dokumentiert hätten. Als Ergebnis jahrelanger Forschung ist es Andrej Angrick gelungen, den Umfang der Vertuschungsaktionen soweit möglich zu rekonstruieren sowie Täter und beteiligte Einheiten zu benennen. Nicht zuletzt macht sich der Autor dabei zum Ziel, den wenigen überlebenden Zeugen Gehör zu verschaffen. Ihre Aussagen und Memoiren standen und stehen den Verdrängungs- und Vertuschungsbestrebungen der Täter und späterer Holocaustleugner gegenüber. Und Blobels Gruppe konnte nicht alle Massengräber unkenntlich machen. 2021 wurden bei Minsk die sterblichen Überresten von etwa 8000 Opfern entdeckt. die der Spurenbeseitigern entgangen waren.
Gruppe
Bücher (ladenneu)
Autor
Angrick, Andrej
Titel
"Aktion 1005". Spurenbeseitigung von NS-Massenverbrechen 1942-1945. 2 Bände
Details
45 Abb., 28 Karten. 1384 Seiten.
Zustand
Ladenneu
Wallstein Verlag Geiststr. 1 37073 Göttingen Deutschland