Sie schießen aufeinander oder gehen mit Mordwerkzeugen wie Degen oder Säbeln aufeinander los. Die Männer, die das tun, sind nicht etwa Verbrecher, sie sind sogar honorige Mitglieder der Gesellschaft. Dass sie sich damit strafbar machen, nehmen sie in Kauf. Höher als die Gesetzlichkeit steht für sie ein anderer Wert: ihre Ehre. Dafür setzen sie ihr Leben ein. Hineingezogen zu werden in einen mörderischen Kampf ist aber gerade eine Auszeichnung, denn darin zeigt sich, dass einer zu den oberen Gesellschaftsschichten gehört, zum exklusiven Kreis der Satisfaktionsfähigen. Die Gewalt hat jedoch nicht die Gestalt eines hemmungslosen Losschlagens. Sie ist gebändigt, kontrolliert. Die Kontrahenten halten sich an Regeln, an die eines nach dem Duell-Kodex ausgetragenen, ritterlichen Kampfes. Was wie ein befremdliches, archaisches Ritual anmutet, war bis ins 20. Jahrhundert hinein ein Bestandteil der sozialen Wirklichkeit. Der erste Teil des Buches legt die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe des Duells dar, beschreibt seine Austragungsmodi und geht ein auf Verbote und Kritiken. Das Duell ist auch ein großes Thema der europäischen Literatur. Sie schildert, was die kulturhistorische Darstellung nicht leisten kann. Die Literatur stellt dar, was die Menschen bewegt, die sich einem Kampf auf Leben und Tod stellen, welche Motive, Gedanken, Gefühle, Ängste sie bewegen, wie sie sich benehmen in einer Grenzsituation. Das Spannungsgeladene, Sensationelle, Tragische, Verbotene, Schicksalsträchtige des Ehrenhandels das bot Stoff für das Drama und die erzählende Dichtung. Was bisher noch nie unternommen wurde, enthält der zweite Teil dieses Buches: eine zusammenhängende Darstellung über das Duell in der Literatur.
Autor
Weber, Kurt-Heinz
Titel
Eine Sache der Ehre
Details
400 Seiten.
Zustand
Ladenneu
Untertitel
Zur Kulturgeschichte und literarischen Darstellung des Duells
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