Beginnend im 19. Jahrhundert wurden in Deutschland farbenfrohe Militäruniformen zum Schauplatz verschiedener queerer Männerfantasien und förderten eine sexuelle Untergrundökonomie der männlichen Prostitution sowie ein politisches Projekt zur Nutzung des Prestiges der Armee für die Emanzipation von Queers. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wurde dieses Emanzipationsprojekt jedoch durch eine Reihe von Skandalen zum Scheitern gebracht.
Gleichzeitig begannen öffentliche Debatten um Homosexualität, Sadismus, Transvestismus und andere sexologische Konzepte zur Kritik an der vorherrschenden Militärpolitik und -praxis heranzuziehen. Jeffrey Schneider geht den Fäden nach, mit denen queere Autoren und Aktivisten ihre Fantasien über Uniformen verknüpften, und bietet so neue Perspektiven auf zentrale Debatten über militärische Geheimhaltung, disziplinarische Missstände in der Armee und den deutschen Militarismus. Ausgehend von einem umfangreichen Materialfundus, der von sexologischen Fallstudien, Prozessprotokollen und Parlamentsdebatten bis hin zu Traktaten von Queer-Aktivisten, Autobiografien und literarischen Texten reicht, deckt "Uniform Fantasies" eine besonders moderne Reihe von Bedenken zu Themen wie dem Öffentlichmachen von verheimlichten Homosexuellen, der Präsenz von schwulen Männern im Militär und der Frage auf, ob Männer in Uniform männlicher oder unsicherer in Bezug auf ihre sexuelle Identität sind.
Gruppe
Bücher (ladenneu)
Autor
Schneider, Jeffrey
Titel
Uniform Fantasies. Soldiers, Sex, and Queer Emancipation in Imperial Germany
Details
Englischer Text, Paperback. 320 Seiten.
Zustand
Ladenneu
University of Toronto Press 800 Bay Street, Mezzanine M5S 3A9 Toronto, ON, Kanada
Verantwortliche Person
Berliner Zinnfiguren
Knesebeckstr. 88 10623 Berlin Deutschland [email protected]
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