Die Abschaffung des Adels als gesonderter Rechtsstand im Jahr 1919 bedeutete für sein Selbstverständnis einen tiefen Einschnitt. Von nun an bewegte er sich im Spannungsfeld zwischen politischer Neuorientierung, ökonomischem Druck, konfessionellen Bindungen und dem Verlust traditioneller Einflussmöglichkeiten. Dabei wird seine Rolle in der Zeit der Weimarer Republik und vor allem des Nationalsozialismus oft auf pauschale Zuschreibungen reduziert: War der Adel in seiner Gesamtheit Steigbügelhalter der Nationalsozialisten? Oder befanden sich vielmehr alle Adligen im Widerstand? Der vorliegende Band untersucht anhand von 15 Beiträgen die Haltung des rheinischen Adels und ausgewählter Protagonisten. Die Analysen stützen sich vor allem auf bislang ungenutzte Archivquellen und Zeitzeugenaussagen und zeichnen ein differenziertes Bild: Zwischen den Polen von Kollaboration und Widerstand zeigen sich vielfältige politische Abstufungen und individuelle Handlungsmuster, die sich im Verlauf der Jahre dynamisch entwickelten.
Autor
Hagemann, Manuel/Patt, Gregor (Hrsg.)
Titel
Rheinischer Adel in der Zeit zwischen 1918 und 1950
Details
62 teils farbige Abb. 344 Seiten.
Zustand
Ladenneu
Schöningh Postfach 2540 33055 Paderborn Deutschland