Die dramatische Geschichte von Franz von Werra, dem einzigen Kriegsgefangenen der Achsenmächte, dem während des Zweiten Weltkriegs die Flucht gelang und der nach Hause zurückkehren konnte, wird in dem Film The One That Got Away aus dem Jahr 1957 erzählt. Der Film schildert detailliert die Verhöre von Werras durch den Geheimdienst der Royal Air Force im Jahr 1940 und präsentiert eine aufschlussreiche, aber komprimierte Version seiner Behandlung nach seiner Gefangennahme in der Luftschlacht um England. Das Drehbuch enthüllte ein wenig von den Taktiken seiner RAF-Verhörer, die von Werra so beeindruckten, dass er sie nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1941 sofort dem Oberkommando der Luftwaffe mitteilte. Natürlich war von Werra nur einer von vielen Luftwaffenangehörigen, die zwischen 1939 und 1940 gefangen genommen wurden. Viele, wenn nicht sogar alle, wurden nach ihrer Gefangennahme verhört und befragt. Informationen wurden durch "private" Gespräche zwischen höheren Offizieren und einigen Unteroffizieren gewonnen, die mit versteckten Mikrofonen aufgezeichnet wurden, sowie durch Verhöre und Spitzel. Diese Taktiken waren jedoch in den ersten Monaten des Krieges entwickelt worden, und da die Luftschlacht um England eine große Anzahl von Kriegsgefangenen hervorbrachte, wurden die neuen Taktiken an diesen ahnungslosen Versuchskaninchen verfeinert. Die deutschen Flieger, von denen die meisten zu diesem Zeitpunkt des Krieges noch an einen unvermeidlichen Sieg glaubten, lieferten dem Luftnachrichtendienst wissentlich und unwissentlich einen Schatz an Informationen, der nicht nur technische und taktische Erkenntnisse umfasste, sondern auch mögliche Kriegsverbrechen, die Moral der Truppen und vieles mehr. Der Luftnachrichtendienst wandte Taktiken an, die jeder moderne Verhörbeamte wiedererkennen würde. Die RAF baute auch eine umfangreiche Informationsbibliothek auf, die zum Großteil aus dem bestand, was wir heute als "Open Source"-Material bezeichnen. Dazu gehörten Zeitungen, Zeitschriften, Radiosendungen und Informationen von früheren Gefangenen. Sorgfältig zusammengestellt und analysiert, erstellte der Luftnachrichtendienst mit der Zeit ein detailliertes Bild von Piloten, Flugzeugen, Einheiten und der allgemeinen sozialen Situation rund um eine Einheit oder eine Flugplatzgemeinschaft. Dieses Buch untersucht die Entwicklung des Luftnachrichtendienstes und seine Verhöre von Luftwaffenangehörigen von 1939 bis zum Ende des Jahres 1940 und bietet einen faszinierenden Einblick in einen wenig bekannten Teil sowohl der Luftschlacht um England als auch des Blitzkriegs.
Gruppe
Bücher (ladenneu)
Autor
Morgan, M. S.
Titel
Secret Battle for Britain
Details
Englischer Text, 32 sw-Abb. 400 Seiten.
Zustand
Ladenneu
Untertitel
The RAF’s Handling and Interrogation of Luftwaffe Prisoners of War 1939-1940
Pen & Sword Books Ltd Church Street 47 S70 2AS South Yorkshire Vereinigtes Königreich