Nationale Armeen, wie wir sie heute kennen, sind eine vergleichsweise junge Entwicklung. Man ist davon ausgegangen, dass die Römer eine Armee hatten, die den nationalen Institutionen der fortgeschrittenen, fast ausschließlich europäischen Mächte am Ende des neunzehnten Jahrhunderts ähnelte. Doch diese Annahme war ebenso falsch wie der Glaube, dass sich die Veränderungen in den Armeen dadurch erklären lassen, dass die Römer ihre Armeen "reformierten". Bis zum Tod von Augustus hatten die Römer keine ständigen Streitkräfte. Römische Armeen wurden für bestimmte Feldzüge aufgestellt und nach deren Abschluss wieder aufgelöst. Wiederholte Feldzüge wurden z. B. in Norditalien und Spanien durchgeführt, aber die Heere wurden immer wieder aufgelöst. Diese Armeen wurden von den Römern nicht als Teil einer nationalen Institution angesehen, wie dies bei modernen Armeen der Fall ist; sie waren einfach ein Teil des Lebens eines römischen Bürgers, wie die Religion oder Wahlen. Diese Armeen waren eher eine Miliz als eine nationale Armee. Es gibt kaum Hinweise auf eine systematische Ausbildung, und die Veränderungen, die sich feststellen lassen, lassen sich eher durch eine bedingte Anpassung an die Umstände als durch eine "Reform" erklären. Kaiser Augustus wird gemeinhin als Urheber der kaiserlichen Armeen angesehen, doch war dies ein unbeabsichtigtes Ergebnis eines langen Lebens.
Gruppe
Bücher (ladenneu)
Autor
McArthur, Tony
Titel
Rome's Armies to the Death of Augustus
Details
Englischer Text, 16 sw-Abbildungen. 240 Seiten.
Zustand
Ladenneu
Pen & Sword Books Ltd Church Street 47 S70 2AS South Yorkshire Vereinigtes Königreich