Der bis dahin größte amphibische Angriff erfolgte zu einem entscheidenden Zeitpunkt, und sowohl die Planung als auch die Durchführung bargen zahlreiche Konflikte für die Alliierten. Trotz des Erfolgs der Operation Torch in Nordafrika galten die USA bei ihren britischen Partnern noch immer als nicht ausreichend erprobt und ihnen wurde nicht vollends vertraut. Stalin drängte die Alliierten nachdrücklich, eine zweite Front zu eröffnen, um die Sowjetunion zu entlasten. Pattons Träume von militärischem Ruhm und sein alles verzehrender Wunsch, seinen wichtigsten alliierten Rivalen, General Bernard Montgomery, Befehlshaber der britischen 8. Armee, im Kampf um den ultimativen Preis - den Hafen von Messina - zu übertrumpfen, trübten oft sein Urteilsvermögen. Seine Hauptmotivation war jedoch, "Monty" und anderen abfälligen britischen Generälen zu beweisen, dass der amerikanische Soldat seinem britischen Gegenüber mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen war. Anhand von Pattons persönlichen Briefen und Tagebüchern enthüllt Whitlock dessen vernichtende Kritik an Montgomery und nahezu allen anderen in der alliierten Hierarchie (darunter Eisenhower, Marshall, Clark, Bradley und Alexander) - sogar an Admiral H. Kent Hewitt, USN, dessen 8. Flotte Pattons Truppen an die Strände brachte und sie dort unterstützte. Tatsächlich waren es die Geschütze von Hewitts Kriegsschiffen, die die heftigen deutschen und italienischen Angriffe stoppten, welche die Amerikaner beinahe zurück ins Meer trieben. Von Tunesien über die Landungsstrände an der Südküste Siziliens bis hin zur finalen Schlacht um Messina schildert dieses Buch, wie sich die Operation Husky für beide Seiten als entscheidend erwies. Die Operation wurde von einigen Historikern als verschwenderisches Unterfangen der Alliierten kritisiert, das wertvolle Truppen und Ressourcen vergeudete und vielen italienischen und deutschen Soldaten in den letzten Tagen der Schlacht die Flucht ermöglichte - ein "Dünkirchen der Achsenmächte". Whitlock argumentiert hier, dass die Operation Husky zum Sturz Benito Mussolinis und zur Neutralisierung des faschistischen Italiens beitrug und eine zweite Front zur Unterstützung Stalins eröffnete. Darüber hinaus bewies der Kampf um Sizilien den Wert amerikanischer Soldaten und Seeleute sowie die gemeinsamen Planungs- und Logistikfähigkeiten von Heer und Marine. Die aus der Operation Husky gewonnenen Erkenntnisse flossen schließlich in den Plan der Operation Overlord ein, die im darauffolgenden Jahr gegen die Küste der Normandie in Frankreich gestartet wurde.
Gruppe
Bücher (ladenneu)
Autor
Whitlock, Flint
Titel
Patton and the Battle for Sicily
Details
Englischer Text, vereinzelte Karten. 300 Seiten.
Zustand
Ladenneu
Untertitel
The General, The Navy, and Operation Husky
Naval Institute Press 291 Wood Road MD 21402 Annapolis, Vereinigte Staaten von Amerika