Begleitkatalog zur gleichnamigen Ausstellung im Landesarchiv Baden-Württemberg. Der Siebenjährige Krieg (1756-1763) ist in Württemberg ein vergessener militärischer Konflikt. Im Unterschied zum Dreißigjährigen Krieg oder zum Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde Schwaben in diesem Krieg nicht zum Schauplatz von Belagerungen und Feldschlachten. Dennoch war der deutsche Südwesten von den Auswirkungen des - global geführten - Krieges sehr stark betroffen. Der Krieg wirkte sich auf alle Lebensbereiche in Württemberg unmittelbar oder mittelbar aus. Gedruckte Anordnungen Herzog Carl Eugens belegen eindrücklich, wie viele junge Württemberger gegen ihren Willen in die Armee gepresst wurden. Die wichtigste innenpolitische Kriegsfolge war eine scharfe Konfrontation zwischen dem Herzog und den Landständen. Im Zuge dieser Auseinandersetzungen wurde der bedeutende Reichspublizist Johann Jacob Moser im Juli 1759 inhaftiert und ohne Gerichtsverfahren fünf Jahre lang auf dem Hohentwiel in Gefangenschaft gehalten. Während das Land unter den wirtschaftlichen Folgen des Krieges litt, blühte das höfische Leben in Württemberg auf. Viele renommierte Künstler wirkten um 1760 in Stuttgart und Ludwigsburg, unter anderem der aus Neapel stammende Komponist Niccolò Jommelli. Auch durch die Entfaltung höfischer Pracht versuchte Herzog Carl Eugen, seine politischen Ziele - eine territoriale Arrondierung und die Kurfürstenwürde - zu erreichen. Carl Eugens Politik scheiterte vollständig.
Titel
Maskenball und Kanonendonner
Details
Paperback, zahlreiche Abb. der in der Exponate. 104 Seiten.
Zustand
Ladenneu
Untertitel
Das Herzogtum Württemberg im Siebenjährigen Krieg
Jan Thorbecke Verlag Senefelderstr. 12 73760 Ostfildern Deutschland