Am 27. April 1945, eine Stunde nach Mitternacht, ergaben sich 850 Männer der lettischen 15. SS-Division bei Güterglück den amerikanischen Truppen. Sie erreichten die Elbe südlich von Berlin eine Woche, nachdem sie ihre Stellungen südöstlich der Stadt aufgegeben hatten. Die Verteidigung von Hitlers Hauptstadt bedeutete den sicheren Tod: Zu desertieren war lebensgefährlich, und um zu überleben, mussten sie deutschen Patrouillen und Panzern der Roten Armee ausweichen. Der Fluss bedeutete Überleben. Während der Arbeit an diesem Buch wurde ein bemerkenswerter Film über die Letten an diesem Tag entdeckt. Die hier abgebildeten Standbilder zeigen die Erleichterung, die sich in ihren Gesichtern abzeichnet. Nun kann ihre aufregende Geschichte zum ersten Mal auf Englisch anhand des Tagebuchs des Adjutanten des Regiments, Oberleutnant Edvins Busmanis, erzählt werden. Das Busmanis-Tagebuch ist ein spannender, fesselnder und wunderbar eloquenter Bericht, der das Drama und die Details ihrer unglaublichen Flucht offenbart - und ihren Überlebenswillen. Achtzig Jahre später folgt der Autor ihrer Reise zu den Ufern des Flusses durch die Sonnenblumenfelder und kleinen Dörfer auf dem Land in Brandenburg. Seine neuen Recherchen in einer modernen Landschaft erwecken diese nahezu unbekannte Geschichte von Wagemut, Entschlossenheit und Lebenslust zum Leben.