Die Erinnerung an den Krieg von 1870 hat in der französischen Politik, Kunst und Literatur einen viel zu wenig beachteten Platz eingenommen, in Verdun wie auch anderswo. Der Mut der Einwohner von Verdun während der Belagerung von 1870 reiht sich ein in die lange Militärgeschichte der Stadt, die zwischen 1792 und der Schlacht von 1916 insgesamt elf Belagerungen erlebt hat. Die Schlacht von Verdun im Jahr 1916 verdrängte die Belagerung von 1870 aus dem Gedächtnis. Dennoch litt Verdun im August 1870 mehr als 80 Tage lang unter der deutschen Blockade. Dreimal, am 24. August, am 26. September und vom 13. bis 15. Oktober, wurde die Stadt bombardiert. Durch ihre zahlreichen Ausfälle und ihre Kampfbereitschaft stellte die Garnison ein Hindernis für die deutschen Kommunikationswege dar. Nur die Kapitulation von Metz und die Androhung einer groß angelegten Bombardierung erklären die Kapitulation von Verdun am 9. November 1870. Nach 1871, der Niederlage Frankreichs und dem Verlust von Elsass-Lothringen, liegt die Maas nur noch wenige Dutzend Kilometer von der neuen Grenze entfernt, was die verstärkte Militarisierung des Ortes erklärt. Verdun war 1000 Tage lang besetzt und wurde im September 1873 als letzte Stadt von den Deutschen geräumt. Die Besatzung war zwar von einer gewissen, wenn auch begrenzten Repression geprägt, verlief aber insgesamt in einer recht friedlichen Atmosphäre, was jedoch Ressentiments gegenüber den Deutschen nicht ausschloss.
Autor
Spagnoli, Cederic
Titel
Verdun dans la guerre de 70
Details
Französischer Text, Paperback, zahlreiche sw- und einige Farbabb. 264 Seiten.
Zustand
Ladenneu
Editions Gerard Louis 12 Rue Beatrix de Choiseul 54740 Haroué Frankreich