Mut, weil er heikle Themen anspricht, nämlich die Niederlage Frankreichs im Jahr 1940 einerseits und die grenzüberschreitenden Ressentiments, die er in seiner Heimatregion, dem Departement Moselle, erlebt hat. Originalität, weil er sich auf deutsche Zeugenaussagen stützt, um die Niederlage der französischen Armee im Jahr 1940 zu erklären und zu verstehen. Tatsächlich ist es für einen Soldaten einer besiegten Armee, selbst wenn diese Niederlage nur vorübergehend ist, sehr schmerzhaft, sich mit den Ursachen und Umständen einer so vernichtenden Niederlage wie der von 1940 auseinanderzusetzen, die die Demütigung der französischen Armee und den Niedergang eines bestimmten Images Frankreichs mit sich brachte. Im Juni 1940 war die französische Armee am Boden und die Wehrmacht triumphierte an allen Fronten. Wie konnte es dazu kommen? Für viele deutsche Offiziere war die französische Armee 1939 ein gefürchteter Gegner. Doch im Mai 1940 war dieses Bild überholt. Die vom Oberkommando verpassten Gelegenheiten und die Doktrin der "reinen Verteidigung" tragen eine schwere Verantwortung für dieses Debakel, das vielleicht vermeidbar gewesen wäre. Das Buch zeigt all diese Mängel auf und macht deutlich, dass sich die deutschen Soldaten der Rolle dieser Mängel beim fortschreitenden Zusammenbruch der Armee Frankreichs bewusst waren. Der Autor beleuchtet die jüngste Vergangenheit aus historischer Sicht und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung des Bürgersinns und zur Offenheit gegenüber der Zukunft.