Dies ist der dritte Band einer insgesamt fünfbändigen Studie zur Geschichte des Hundertjährigen Krieges (1337-1453). Obwohl dieser langwierige Konflikt in erster Linie mit den Königreichen Frankreich und England assoziiert wird, war es tatsächlich ein gesamteuropäischer Konflikt. Dieser weitreichenden Dimension trägt der Autor mit seiner detaillierten Darstellung aller Aspekte des Konflikts Rechnung.
Dies ist eine Geschichte von gegensätzlichen Schicksalen. Im letzten Jahrzehnt seiner Herrschaft war Edward III. von England, ein seniles, pathetisches Symbol für Englands vergangene Eroberungen, dazu verurteilt, zuzusehen, wie sie von den Armeen seiner Feinde überrannt wurden. Als er 1377 starb, trat ein verletzliches Kind seine Nachfolge an, das zu einem neurotischen und labilen Erwachsenen heranwachsen sollte, der einer gespaltenen Nation vorstehen würde. Frankreich erlebte derweil eine der glanzvollsten Perioden seiner mittelalterlichen Geschichte, Jahre der Macht und des Zeremoniells, erstaunlicher künstlerischer Kreativität und berühmter Krieger, die sich bis nach Neapel, Ungarn und Nordafrika einen Namen machten. Die Zeitgenossen in beiden Ländern glaubten, dass sie denkwürdige Zeiten erlebten: Zeiten großer Bosheit und großer Leistungen, kollektiver Mittelmäßigkeit, aber intensiven persönlichen Heldentums, extremen Reichtums und großer Armut, Glücks und Misserfolgs. Mit einem Abstand von sechs Jahrhunderten kann man, wie Jonathan Sumption gekonnt und akribisch zeigt, all diesen Einschätzungen zustimmen.