Ist der Erste Weltkrieg nur auf die Westfront, von der Nordsee bis zur Schweizer Grenze und den berühmten Schützengräben, zu reduzieren? Die Westfront der Briten, die Westfront der Deutschen, die Front "de l'Ouest" der Franzosen, die der Generalstab auf den "Norden und Nordosten" Frankreichs reduziert, gilt damals als die wichtigste, weil entscheidende Front. Der Krieg von 1914-1918 war jedoch nicht nur ein Krieg der Schützengräben, Erdarbeiten, großen Offensiven, Bombardierungen, Minen und des Wartens der Soldaten in Kälte und Schlamm. Er war auch geprägt von großen Seeeinsätzen, Truppenentsendungen, Expeditionskorps, Überfällen, Spezialeinsätzen und vorgeschobenen Operationsbasen. Dieses Buch soll einige wenig oder kaum bekannte militärische Aspekte dieses Konflikts beleuchten. Während der Einsatz Tausender afrikanischer Soldaten in Europa mittlerweile gut dokumentiert ist, bleibt der Konflikt, den Hunderttausende Afrikaner, Tausende Inder und eine Handvoll Europäer in Afrika erlebt haben, zumindest in Frankreich weitgehend unbekannt. Ist bekannt, dass die russische Armee, während sie in Ostpreußen schwere Rückschläge erlitt, der osmanischen Armee im Kaukasus eine vernichtende Niederlage mit erheblichen Folgen zufügte? Dass eine britische Armee in Mesopotamien von den Osmanen in die Falle gelockt wurde? Dass das verschanzte Lager von Saloniki zweifellos eine der besten Ideen des Ersten Weltkriegs war? Weit entfernt von Verdun lässt uns der Autor diesen anderen "Großen Krieg" in Europa, Asien, Afrika, in unerwarteten Regionen, von Galizien bis Mesopotamien, von Namibia bis China, in den Bergen, Wüsten, Wäldern, Städten und auf den Ozeanen der Welt entdecken.