Der Krieg an der Ostfront in den Jahren 1941-45 war ein gewaltiger Kampf, der sich von der Barentssee bis zum Kaukasus erstreckte. Die riesigen Entfernungen zwangen die politisch-militärische Führung der Sowjetunion, neue organisatorische Mittel einzusetzen, um die Operationen entlang der ausgedehnten Front zu kontrollieren. Es handelte sich um die Oberkommandos der Richtungen, die für zwei oder mehr Fronten (Heeresgruppen) und, entlang der Seeverbindungen, für eine oder mehrere Flotten zuständig waren.
Insgesamt wurden in den Jahren 1941-42 fünf Oberkommandos entlang der strategischen Richtungen Nordwest, West, Südwest und Nordkaukasus geschaffen. Die äußerst ungünstige strategische Lage im ersten Kriegsjahr sowie die Einmischung Stalins in die laufenden Operationen schränkten die Wirksamkeit der Oberkommandos jedoch stark ein. Infolgedessen wurden die Oberkommandos Mitte 1942 abgeschafft und durch das flexiblere System der Vertreter des Oberkommandos an der Front ersetzt. Ein Oberkommando der sowjetischen Streitkräfte im Fernen Osten wurde 1945 eingerichtet und überwachte den äußerst wirksamen Feldzug der Roten Armee gegen die japanischen Streitkräfte in der Mandschurei. Das Oberkommando der sowjetischen Streitkräfte im Fernen Osten wurde 1947 als Reaktion auf die angespannte Lage auf der koreanischen Halbinsel und den anhaltenden Bürgerkrieg in China kurzzeitig wiederbelebt, aber 1953, kurz nach Stalins Tod, wieder aufgelöst. Wachsende Spannungen mit China führten 1979 zur Wiedererrichtung des Oberkommandos Fernost, dem einige Jahre später neue Oberkommandos in Europa und Südasien folgten. Diese neuen Oberkommandos überlebten jedoch den Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991 nicht lange und wurden ein Jahr später aufgelöst. Das Buch stützt sich fast ausschließlich auf sowjetische und postkommunistische Archiv- und andere Quellen und ist die erste nicht klassifizierte Behandlung dieses Themas.
Gruppe
Bücher (ladenneu)
Autor
Harrison, Richard W.
Titel
The Soviet Army's High Commands in War and Peace, 1941-1992