Auch wenn die Stadt Köln es in der Frühen Neuzeit vermied, in Konflikte hineingezogen zu werden, spielte der Faktor Militär im Alltagsleben eine häufig unterschätzte Rolle. Ein Großteil der männlichen Bevölkerung tat Dienst in den Bürgerfahnen, und die geworbenen Soldaten bildeten mit ihren Familien eine eng mit ihren zivilen Nachbarn verwobene Militärbevölkerung. Hinzu kam fremdes Militär, v. a. zahlreiche Werber, die sich auf dem "Gewaltmarkt" Köln bedienten. Bürgermeister und Rat nutzten die sich in die ganze Stadt ziehenden Fäden militärischer Organisation, um Herrschaft und Verwaltung zu stabilisieren. Zugleich bildeten sie Mechanismen der obrigkeitlichen Kontrolle über die bewaffnete Macht aus, die eine Alternative zur Entwicklung in den großen Armeen in Flächenstaaten darstellten.
Autor
Plassmann, Max
Titel
Stadtgesellschaft und Militä
Details
21 Farbabb. 272 Seiten.
Zustand
Ladenneu
Untertitel
Köln in der Frühen Neuzeit
Böhlau Verlag Ursulaplatz 1 50668 Köln Deutschland