Berlin 1854. Alt-Berlin. Diese dicke, mit Plakaten beklebte Säule stand viel bestaunt vor dem Hause ihres Erfinders, der Buchdruckerei von Ernst Theodor Amandus Litfaß in der Adlerstraße 6. Sie war eine der 150 Säulen die Litfaß bis zum 1.7.1855 an den markantesten Straßenecken des damaligen Berlins auf eigene Kosten aufgestellt hatte.
Die 1. Litfaßsäule in Berlin 1855 Sie stand vor dem Hause und der Buchdruckerei von Ernst Theodor Amandus Litfaß (in Berlin am 11.2. 1816 geboren und in Wiesbaden während einer Kur am 27.12. 1874 gestorben) in der Adlerstr. 6. Zu jener Zeit hatten die Berliner Häuser einen gelblichen Anstrich. Diese Anschlagsäule stand auf Kopfsteinpflaster und vor den umstehenden Häusern führte ein mit breiten Steinplatten belegter Fußgängerüberweg. Sie war eine der 150 Säulen, die knapp 3 m hoch, rund, aus massivem Eisenblech und bekrönt waren und am 1. 7.1855 an den markantesten Straßenecken des damaligen Berlins durch Litfaß auf seine eigenen Kosten aufgestellt wurden. Dafür war ihm durch Vertrag mit dem Berliner Polizeipräsidium am 9. 12. 1854 der Alleinanschlag aller öffentlichen Bekanntmachungen und privater bzw. gewerblicher Werbeanzeigen zugesichert worden. Mit dem 1. 7. 1855 hörte schlagartig das bisherige wilde Plakat-ankleben an den Hauswänden auf. Seine Plakatsäulen wurden bald Litfaßsäulen und er selbst der "Säulenheilige" genannt. Die Plakate wurden in allen nur möglichen Farbtönen und Größen gedruckt und von Anschlag-Spediteuren, wie es aus einer Mitteilung von 1863 hervorgeht, durch deren Plakat-Ankleber an die Säulen angeschlagen. Litfaß hatte seinen Betrieb so ausgerichtet, dass er zu jeder Zeit des Tages, wie von Behörden oder Kunden gewünscht, Plakate sofort drucken und anschlagen lassen konnte. Vor der Aufstellung der Plakatsäulen, für die das erste Fundament am 20. 4. 1855 gelegt worden war, wurden Plakate aller Art, darunter auch politische meistens wild an die Eckhäuser geklebt, was jahrzehntelangen Verdruss der Hausbesitzer bedeutet hatte. 50 von den am 1. 7. 1855 aufgestellten Säulen wo-en gleichzeitig als Brunnen eingerichtet. Da Hinweise auf die Bekleidung der Plakatkleber nicht direkt vorliegen, sich aber bildliche Darstellungen vor und noch einige Zeit nach der Aufstellung der Säulen sehr ähneln, würde ich vorschlagen: Kittel blau, Hose beliebig, auch gestreift, vor dem Leib an einem Gürtel angeschnallt ein blecherner Leimtopf mit einem Leimpinsel. Auf einer Abbildung ist entweder ein größerer Lederfleck hinter dem Blechnapf zum Schutz gegen Leimspritzer oder eine schmale Tasche angebracht, in der sich Leimpulver befindet. Der rechte Arm wurde im Gehen zwischen die 2 obersten Sprossen der 4-sprossigen Leiter gesteckt und über den linken Unterarm ein Stoß Plakate getragen.
Serienliste für 100/68/1 Nr. 100-3 b (1x) Herr, durch Lorgnong blickend Nr. 100-4 b (1x) Herr, in langem Mantel Nr. 100-5 b (1x) Junge, in der Nase bohrend Nr. 100-6 b (1x) Hund, Bein hebend Nr. 100-18/5 W (1x) Modefigur: Frau, um 1850 Nr. 100-1 b (1x) Litfaßsäule 1855, B:2cm Nr. 100-18/5 M (1x) Modefigur: Mann, um 1850 Nr. 100-2 b (1x) Herr, korpulent
Gruppe
Flache Figur(en)
Beschaffenheit
unbemalt
Größe/Maßstab
Größe 30 mm
Material
Zinnlegierung 55%Sn 39%Pb 6%Sb
Anzahl Teile
8
Epoche
19. Jahrhundert
Zeit
1854
Nationalität/Ort
Preußen
Zustand
Ladenneu
Kein Spielzeug! Nicht für Kinder unter 14 Jahren!
Berliner Zinnfiguren e. K. Werner Scholtz Knesebeckstr. 88 10623 Berlin - Charlottenburg Deutschland