Roy Chadwick, der bekannteste Konstrukteur des Lancaster-Bombers, war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Luftfahrtwelt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Karriere umfasste sowohl Holz- und Stoff-Doppeldecker vor dem Ersten Weltkrieg als auch den futuristischen Vulcan-Jetbomber mit Deltaflügeln. Diese klassische Biografie von Harald Penrose - selbst eine bedeutende Persönlichkeit in der Entwicklung der Luftfahrt - erzählt seine faszinierende Geschichte. Sowohl Roy Chadwick als auch der Autor erlebten dieselben zeitgenössischen Ereignisse, sodass diese Biografie des Avro-Konstrukteurs nicht nur die Entwicklung der Flugzeuge behandelt, sondern auch die Atmosphäre jener Tage widerspiegelt. Kaum war ein Entwurf fertig, stellte sich Roy Chadwick schon den nächsten und den übernächsten vor, insgesamt etwa zweihundert. Sie reichen von ersten Erfahrungen mit Vorläufern aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und dem weltberühmten Trainingsflugzeug Avro 504 bis hin zu einer Reihe von Prototypen, darunter ultraleichte Flugzeuge, leistungsstarke Kampfflugzeuge und Bomber. Insbesondere die Avro 504 mit ihren 20 Varianten, die zweimotorige Anson und die mächtige Lancaster wurden in großer Stückzahl gebaut. In einer rasanten Erzählung schildert Penrose Chadwicks Karriere durch die wechselhaften Jahre, von den ersten Offenbarungen des Fliegens bis zu seinem 54. Lebensjahr, als er mit dem Entwurf des futuristischen Deltaflügelflugzeugs Vulcan begann, und endet mit seinem tragischen Tod beim Absturz des Passagierflugzeugs Avro Tudor II im Jahr 1947. Harald Penrose studierte von 1922 bis 1926 an der London University Luftfahrttechnik, wobei er 1924 sechs Monate als studentischer Aerodynamiker bei Handley Page Ltd. und 1925 praktische Konstruktionserfahrung bei Westland Aircraft Works sammelte. 1926 trat er als Konstrukteur und Techniker bei Westland ein und erlernte ein Jahr später das Fliegen bei der Royal Air Force Reserve. 1928 wurde er zum Manager bei Westland Civil Aircraft ernannt und erwarb seine Pilotenlizenz der Klasse C, die es ihm ermöglichte, an der Erprobung der von ihm gebauten Flugzeuge teilzunehmen. Drei Jahre später wurde er zum Chef-Testpiloten ernannt und flog in den nächsten zwei Jahrzehnten fast 400 Typen und Varianten von Flugzeugen britischer und ausländischer Bauart, darunter Leichtflugzeuge, Jäger, Bomber, Verkehrsflugzeuge, Wasserflugzeuge, Autogyros und Hubschrauber. 1946 wurde ihm der Orden OBE verliehen. 1953 wurde er Gruppenverkaufsleiter der fusionierten Divisionen Westland, Fairey, Saunders-Roe und Bristol, zwei Jahre später folgte seine Ernennung zum Sonderdirektor. In seiner 42-jährigen Karriere erlebte er viele der wichtigsten und spannendsten Entwicklungen im britischen Flugzeugbau und -design und kam mit bedeutenden Persönlichkeiten der internationalen Luftfahrt in Kontakt.