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Das späte 16. Jahrhundert war eine Zeit großer politischer und sozialer Umwälzungen, eine Ära, in der mittelalterliche Ritter, feudale Armeen, Stadtwehren und angeheuerte Söldner modernen Militärs Platz machten, Pike und Schusswaffen das Schlachtfeld beherrschten und die Schwertkampfkunst sowohl für Adlige als auch für Bürgerliche ein Zeitvertreib war, der oft dazu diente, Ehrenangelegenheiten zu klären oder militärische Manieren zu erlernen. Den meisten Studenten der europäischen Kampfkünste ist der Name Heinrich von Gunterrodt lediglich als Besitzer des ältesten bekannten Fechtbuchs Europas aus dem 16. Jahrhundert bekannt, einem Manuskript aus der Zeit um 1300 mit dem Titel I.33, das sich mit Schwert und Buckler befasst. Dieser sächsische Adlige war jedoch selbst ein Schwertkämpfer, Soldat und Fechthistoriker. Im Jahr 1579 verfasste er eine kurze Abhandlung über die Geschichte des Fechtens mit dem Titel "De Veris Principiis Artis Dimicatorie" (Über die wahren Prinzipien der Kampfkunst) und widmete sie Johan Albrecht, Herzog von Mecklenburg. Der Text, der vordergründig die Geschichte der Schwertkunst und des Ringkampfs bis in die Antike zurückverfolgt, ist auch deshalb interessant, weil von Gunterrodt Verbindungen zwischen Fechten und waffenlosem Kampf herstellt und Vergleiche zwischen dem, was in den Fechtschulen seiner Zeit gelehrt wurde, und den Lektionen in Ms. I.33 anstellt. Für moderne Studenten des Schwertkampfs dieser Zeit ist vielleicht seine scharfe Kritik an der Marxbruder-Fechtergilde und den öffentlichen Fechtwettbewerben, den Fechtschulen, am interessantesten, die er als wenig mehr als grobschlächtige, trunkene Sportveranstaltungen ansieht; eine Kritik, die interessanterweise Parallelen zu zeitgenössischen Autoren aufweist, die die Fechtergilden und öffentlichen Preiskämpfe in England und Spanien analysieren. Diese wunderschöne, vollfarbige Ausgabe enthält eine vollständige Faksimile-Ausgabe, Transkription und Übersetzung von von Gunterrodts Originalmanuskript sowie umfassende Anmerkungen und Vergleiche mit anderen Texten über Kampfkünste der Renaissance. Eine kritische Analyse der praktischen Fechtratschläge des Autors durch den renommierten Schwertkampfforscher Robert Rutherfoord ("The Art and Practice of 16th c. German Rapier Fencing") ist ebenfalls enthalten. Studierende der historischen europäischen Kampfkünste und alle, die sich allgemein für die tiefgreifenden Veränderungen in der Natur und dem Zweck des Schwertkampfs in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts interessieren, werden diesen Aufsatz als faszinierende Ergänzung ihrer Bibliotheken empfinden.
- Gruppe
- Bücher (ladenneu)
- Autor
- Gevaert, Bert
- Titel
- The True Principles of Combat
- Details
- Englischer Text, einschließlich lateinischem Originaltext, zahlreiche sw-Abb., großes Querformat. 285 Seiten.
- Zustand
- Ladenneu
- Untertitel
- An Underestimated Martial Arts Treatise from the 16th Century
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