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Die Defiant war zum Zeitpunkt ihres Entwurfs ein fortschrittliches Flugzeug. Mit ihrer Besatzung aus Pilot und Bordschütze letzterer in einem motorisierten Boulton-Paul-Drehturm stellte sie eine außergewöhnlich gute Waffenplattform dar. Obwohl sie anfangs unter Zuverlässigkeitsproblemen litt, erwies sich die Defiant nach der Beseitigung dieser Kinderkrankheiten als leistungsstarkes, extrem stabiles und in den Händen eines fähigen Piloten durchaus manövrierfähiges Flugzeug. Das Konzept basierte auf Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg; man ging davon aus, dass Abfangjäger mit Drehturm, wie die Defiant, eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung feindlicher Bomberverbände spielen würden. Nach dem Erstflug am 11. August 1937 wurden die Entwicklung der Defiant und die Taktiken ihrer Besatzungen bis zum Kriegsausbruch 1939 und darüber hinaus weiter vorangetrieben. Die ersten Kampferfolge und Verluste der Defiant verzeichnete die No. 264 Squadron ab Mitte Mai 1940, als sie von der RAF-Basis Manston aus Luftschutz über Dünkirchen leistete. Berichten zufolge zerstörten Defiant-Besatzungen an einem einzigen Tag dem 29. Mai 1940 nicht weniger als 37 feindliche Flugzeuge. Bei Ende des Westfeldzugs hatten bereits mehrere Defiant-Besatzungen den Status eines "Asses" erreicht. Doch es stand die Luftschlacht um England bevor zu diesem Zeitpunkt war bereits eine zweite Defiant-Staffel, die No. 141 Squadron, aufgestellt und einsatzbereit. Die erst acht Tage zuvor aus Schottland in den Süden verlegte 141 Squadron traf am 19. Juli 1940 erstmals auf die Luftwaffe. Der Einsatz endete in einer Katastrophe: Sechs der neun Defiants gingen verloren, ebenso wie zehn Besatzungsmitglieder. Innerhalb von 48 Stunden wurde die 141 Squadron aus dem Einsatzbetrieb genommen und nach Schottland zurückverlegt. Nicht ohne Grund gingen die Ereignisse jenes Tages als "Massaker an den Unschuldigen" in die Geschichte ein. Angesichts der weiter steigenden Verluste bei der 264 Squadron und nach dem Debakel vom 19. Juli wurde die Rolle der Defiant als Tagjäger kritisch hinterfragt. Noch während die Luftschlacht um England tobte, wurde die Defiant als Nachtjäger neu konzipiert. Der erste bestätigte nächtliche Abschuss durch eine Defiant erzielt von einer Besatzung der Squadron 141 erfolgte Mitte September 1940. In diesen Zeitraum fielen auch die ersten nächtlichen Störangriffe der Defiant über Frankreich. Bald wurden neue Staffeln aufgestellt; bis Ende 1940 kamen vier weitere hinzu, gefolgt von sechs zusätzlichen bis Ende 1941. Sie alle flogen weiterhin Nachtjagdeinsätze, bis im März 1942 deutlich wurde, dass die Defiant gegen die neueren deutschen Bomber nicht mehr bestehen konnte. Dennoch hatten die Defiant-Besatzungen während ihrer Zeit als Nachtjäger nicht nur 64 feindliche Flugzeuge abgeschossen, sondern auch maßgeblich zur Entwicklung des Bordradars (Airborne Interception, kurz A.I.) beigetragen. Die Defiant spielte auch im weiteren Kriegsverlauf der Alliierten noch eine Rolle. Etliche Maschinen wurden bei Seenotrettungsstaffeln, als Schulflugzeuge an Schießschulen und in Ausbildungseinheiten oder sogar als Schleppflugzeuge für Zielscheiben eingesetzt. Bei der im Oktober 1942 aufgestellten Squadron 515, die diesen Flugzeugtyp bis Dezember 1943 flog, kam die Defiant zudem bei Einsätzen zur elektronischen Kampfführung (Störung des gegnerischen Funkverkehrs) über Europa zum Einsatz. Diese Flüge markierten das Ende der vielfältigen und bisweilen umstrittenen Laufbahn der Defiant eine Geschichte, die in diesem Buch ausführlich beleuchtet wird.
- Gruppe
- Bücher (ladenneu)
- Autor
- Long, Andrew
- Titel
- The Defiant by Day - by Night
- Details
- Englischer Text, 75 Abb. 360 Seiten.
- Zustand
- Ladenneu
- Untertitel
- The Turreted Fighter Plane and the Men who flew it
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