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Die von den Briten als "Baby Blitz" bezeichnete Operation Steinbock war die letzte große Luftoffensive der Luftwaffe gegen das Vereinigte Königreich, die zwischen Januar und Mai 1944 durchgeführt wurde. Unter der Führung von Generalmajor Dietrich Peltz zielte die Operation auf Angriffe gegen London und andere englische Städte ab; auf der Zielliste standen unter anderem Bristol, Hull und Portsmouth. Trotz ihrer ehrgeizigen Ziele war die Operation Steinbock schlecht geplant und mangelhaft ausgeführt. Im Jahr 1944 war der Bomberverband der Luftwaffe nur noch ein Schatten seiner selbst: Er litt unter einem akuten Mangel an geschultem Flugpersonal, Treibstoff und modernen Flugzeugen, während die britische Radarüberwachung, die Nachtjagdabwehr und die Koordination der Flugabwehr inzwischen hochentwickelt und äußerst effektiv waren. Bei den Angriffen kamen verschiedene Flugzeugtypen der Luftwaffe zum Einsatz, von der viermotorigen Heinkel He 177A bis hin zu Junkers Ju 188, Dornier Do 217, Junkers Ju 88, Messerschmitt Me 410 und Focke-Wulf Fw 190. Die Verluste unter den Angreifern waren katastrophal über 500 Flugzeuge wurden zerstört oder beschädigt, wodurch die Luftwaffe unersetzliches Flugpersonal verlor. Dies entsprach 63 % der für die Operation Steinbock eingesetzten deutschen Maschinen, bei einer durchschnittlichen Verlustrate von 77 Flugzeugen pro Monat. Solche Verluste ließen den deutschen Bomberverband beinahe ausbluten. Peltz selbst fasste den Feldzug nach dem Krieg folgendermaßen zusammen: "Die Angriffe auf London und andere britische Städte waren meiner Meinung nach wie ein paar Tropfen Wasser auf einen heißen Stein ein wenig Aufregung, aber nach kürzester Zeit war die ganze Sache vergessen". Tatsächlich verursachten die Luftangriffe im Vergleich zum "Blitz" der Jahre 1940/41 nur begrenzte Schäden. Obwohl etwa 1.556 Menschen ums Leben kamen, hatten die Angriffe kaum Auswirkungen auf die britische Moral oder die Industrie. Die Operation Steinbock markierte die letzte anhaltende strategische Nachtangriffskampagne der Luftwaffe im großen Stil gegen das Vereinigte Königreich im Zweiten Weltkrieg. In diesem Buch schildert der Luftwaffe-Historiker Chris Goss nicht nur den Verlauf der Kampagne, sondern auch die Reaktion der RAF und der Alliierten. Wie der Autor darlegt, verdeutlichte das Unternehmen "Steinbock" die schwindende Luftmacht des Dritten Reiches sowie die zunehmende Sinnlosigkeit offensiver Operationen angesichts der alliierten Luftüberlegenheit. Das Scheitern des Unternehmens schwächte zudem die Fähigkeit der Luftwaffe, der alliierten Luftoffensive zu begegnen, die der Invasion am D-Day unmittelbar vorausgehen sollte.
- Gruppe
- Bücher (ladenneu)
- Autor
- Goss, Chris
- Titel
- The Luftwaffe’s Last Bomber Offensive
- Details
- Englischer Text, 150 sw-Abb. 224 Seiten.
- Zustand
- Ladenneu
- Untertitel
- Operation Steinbock, 1944
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