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Diese in allen Teilen originalgetreue Faksimile-Ausgabe wurde anhand des Originals angefertigt, das sich unter der Nr. A 5 in der Zentralbibliothek Zürich befindet. Als dritter Teil der umfassenden Berner Stadtchronik entstand die Burgunderchronik um 1480 und ist die bedeutendste Quelle zu den Burgunderkriegen. Besonders reizvoll erzählen die Miniaturen detailreich von Belagerungen, Gefechten und dem Lagerleben. Der Zürcher Schilling, eine Chronik des berühmten Diebold Schilling, benannt nach ihrem Aufbewahrungsort, ist die originellste und umfassendste Quelle zu den Burgunderkriegen. Sie entstand um 1480 und führte die um 1420 von Konrad Justinger und 1470 von Bendicht Tschachtlan wiederaufgenommene Tradition bernischer Geschichtsschreibung weiter. Verfasser und Schreiber dieses faszinierenden Werks ist Diebold Schilling der Ältere. Der Zürcher Schilling mit seinen 199 prächtigen Illustrationen ist ein eindrückliches Zeugnis bernischer und eidgenössischer Geschichte. Die Faksimile-Edition: Der Faksimileband der Großen Burgunderchronik wird in allen Teilen dem Original gerecht. Die 1036 Seiten wurden im Format von 39 x 25 cm in einer weltweit einmaligen limitierten Auflage von 980 numerierten Exemplaren herausgegeben. Der Ledereinband entspricht voll und ganz demjenigen des Originals. Er ist mit Prägungen und Schließen geschmückt. Das Kapital wurde handumstochen; die einzelnen Lagen wurden originalgetreu geschnitten und von Hand geheftet. Die große Burgunderchronik: 1474 erhielt Schilling von den versammelten Räten Berns den Auftrag, eine Chronik der Stadt von ihrer Gründung bis in die damalige Gegenwart zu schreiben. Der Bedeutung der Stadt gemäß begriff Schilling seine Aufgabe im großen Stil. So entstand zwischen 1474 und 1483 das Monumentalwerk der dreibändigen Amtlichen Stadtchronik von Bern. Die Originalfassung des dritten Teils behielt Schilling bei sich: unsere Große Burgunderchronik. Sie ist die umfangreichste von Schillings Chroniken. Die offizielle Fassung dieses dritten Bandes wurde in einigen Punkten zensiert. So stellt die Burgunderchronik ein einmaliges Zeugnis dar: Hier kommt die unverfälschte Meinung eines Patrioten klar zum Ausdruck. Allerdings wurden nicht nur hochpolitische Begebenheiten aus dem offiziellen Text gestrichen, sondern etwa auch eine nur noch in der Burgunderchronik vorkommende Geschichte über einen Engerlingsprozess, von dem Schilling meint, er sei "gar luestlich ze hoeren". 1478 hatte nämlich der Berner Leutpriester von der Kanzel aus gedroht, wenn die furchtbare Maikäferplage nicht binnen sechs Tagen ihr Ende finde, werde er die Insekten vor den Bischof von Lausanne zitieren. Der Text. Denkmal der Geschichte: Die 429 Kapitel des Zürcher Schilling bieten nicht Geschichte im heutigen Sinn. Schilling kümmert sich wenig um hintergründige Zusammenhänge, sondern beschreibt Ereignisse. In jedem seiner Kapitel ereignet sich etwas: Kriegszüge, Plünderungen, Belagerungen, Raub und Totschlag, Gerichtsurteile und Gewalttaten. Und was so lebendig geschildert wird, wird zugleich durch das Bild vermittelt. Schillings schöne, regelmäßige Handschrift, eine gotische Kursive mit schwungvollen Initialen, ist von 199 aquarellierten Federzeichnungen begleitet, die nicht von seiner Hand stammen. Der Bilderschmuck - prachtvolles Mittelalter: Wichtigstes Element der Bilder ist die Landschaft, in der sich das Geschehen abspielt. Allerdings entspricht diese selten der topographischen Realität, sondern entspringt der Phantasie des Künstlers. Der Blick fällt von oben auf die dargestellte Szene, auf Städte, Dörfer, Burgen, die geschickt in das hügelige, in schön gerundeten Linien verlaufende Gelände eingefügt sind. Besonders reizvoll ist die erzählende Art, in welcher der Zeichner den gesamten Verlauf der Burgunderkriege darstellt. Er zeigt fast jede Begebenheit, die im Text erwähnt wird, mit allen Details, zeichnet und malt Belagerungen, kleine Gefechte und das Lagerleben der Soldaten. In der Schlacht fließt Blut, Eidgenossen durchbohren mit Spießen burgundische Reiter, Pferde brechen zusammen. Idyllisches findet sich nur am Rande; Kriegerisches herrscht vor. Als Ganzes ist der Bilderschmuck des Zürcher Schilling von eigentümlichem Reiz, der teils auf dem naiven Realismus der Darstellung, teils auf der unbekümmerten Stilisierung der Helden und Ereignisse beruht. Dem Faksimile liegr ein umfassender Kommentarband bei, der u.a. über Leben und Werk Diebold Schillings, Sozialgeschichtliches zu Schillings Werk, kunsthisrische und kriegsgeschichtliche Aspekte sowie eine politische Einordnung der Burgunderkriege in die europäische Politik des Spätmittelalters informiert.
- Gruppe
- Bücher (antiquarisch)
- Titel
- Diebold Schilling von Bern. Die grosse Burgunder Chronik "Zürcher Schilling". 2 Bände: Faksimile und Kommentarband
- Details
- Originalgetreue Faksimile-Ausgabe des handschriftlichen Originals aus der Zeit um 1480, nummeriertes Exemplar (hier Nr. 619), 199 farbige Aquarellzeichnungen, Format 39 x 25 cm. Luzern: Faksimile-Verlag Luzern 1985. 1036 Seiten + 307 Seiten (Kommentarband
- Zustand
- Antiquarisch
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