Eine ausführliche Anleitung zum Formenbau finden Sie hier:

Lührs, K.P.: Formen selbst gemacht

Lührs, K.P.: Formen selbst gemacht

Bestellnummer: 553/48
9,95 EUR

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Tipps zum Zinngiessen

Wer sich das Gießen von Zinnfiguren zum Hobby gemacht hat, wird sicherlich nicht damit zufrieden sein, die vom ihm gegossenen Figuren im Rohzustand zu belassen. Das Bemalen der Figuren, nach historischen Vorbildern, in der eigenen Bemalungsart gibt den Miniaturen eine persönliche Note. Aber auch das Umbasteln, also Schaffen von neuen Figuren, ist eine interessante Ergänzung und kann viel Freude bereiten.

Die Beschäftigung mit historischen Ereignissen und das Darstellen mit den selbst geschaffenen Figuren lässt Geschichte "lebendig" und verständlich werden.

Vorbereitungen zum Gießen von Figuren:

Grundsätzlich sollte das Mindestalter 14 Jahre betragen und unter Aufsicht stattfinden. Als Arbeitsplatz sollte eine alte Holzplatte dienen. Da wir es beim Gießen mit heißem Metall zu tun haben, sollten die Hände unbedingt durch das Tragen von Lederhandschuhen geschützt werden.

Zum Schmelzen des Metalls empfehlen wir die durch uns angebotenen Zinn-Schmelzöfen, da damit ein sicheres und gleichmäßiges Schmelzen der Metalle erreicht wird. Ein alter kleiner Nirosta-Stahltopf (mit Metallhenkel) kann auch zum Schmelzen auf einem Elektro- oder Gasherd verwendet werden. Für Anfänger und kleinere Mengen ist eine bei uns erhältliche Gießkelle bestens geeignet.

Alle Sorten von Gießformen (Hartgummiformen oder Metallformen) müssen vor dem Guss mit Talkum eingepudert werden. Schwierig zu gießende Formen vorher einrußen oder mit unserem "Gießwunder"-Puder einstäuben.

Tipp: Ein gehäufter Esslöffel des jeweiligen Puders wird in die Mitte eines ausgebreiteten alten Stoff-Taschentuches gehäuft. Anschließend die Ecken zusammen hochbinden. Sie erhalten so einen kleinen "Puderbeutel" und können das Puder gleichmäßig verteilen. Zum Einrußen eine Kerze mit langem Docht verwenden und die Form darüber halten.

Die beiden Formhälften müssen zum Gießen passend schließen. Mit Klammern, hitzebeständigen Gummibändern oder Schraubzwingen lässt sich dies erreichen.

Ein besonderes Gebiet sind die verwendeten Gießmetalle. Die von uns angebotenen Metalle sind das Ergebnis jahrzehntelanger Praxis. Bitte die Metalle nicht mit anderen Legierungen bunt vermischen. (Angaben in Prozent).

Metall Zusammensetzung
(Angaben in Prozent)
Eigenschaften
Detailmetall 50 Pb / 50 Bi Niedriger Schmelzpunkt (um 120°C), hohe Detailgenauigkeit. Gut zu löten!
30er Zinn 30 Sn / 70 Pb Gut zu gießen, Figuren sind leicht zu biegen. Mit etwas Zusatz (2-4%) von Fließmetall auch gute Konturen an den Figuren. Preiswerte Legierung
60er Zinn 60 Sn / 40 Pb Klassische Legierung. Gute Gießeigenschaft, helle Abgüsse. Mit etwas Zusatz (2-4%) von Fließmetall sollten auch Pferde und hiermit gegossen werden
Fließmetall 14 Wi / 86 Pb Zum Gießen selbst nicht geeignet. Der Schmelzpunkt liegt sehr hoch und verkürzt die Lebensdauer Ihrer Formen erheblich. Durch den hohen Bleianteil ist das Arbeiten damit auch nicht unbedenklich. Es ist nur als Zusatz gedacht.
Blei 100 Pb Nicht geeignet zum Zinnfigurengießen. Hoher Schmelzpunkt und viel zu weich.

Umweltschutz: Bitte keinerlei Metallreste in den Müll entsorgen (Blei!)! Die Fa. BERLINER ZINNFIGUREN entsorgt gerne und kostenlos Ihre Abfälle. Bitte lassen Sie uns Ihre Metallreste zukommen.

Gießvorgang

Das Gießmetall schmelzen lassen und dann noch 1-2 Minuten weiter erhitzen. Bei Zinn/Blei-Legierungen können sie prüfen, ob sie die richtige Gießtemperatur erreicht haben, indem sie ein abgebranntes Streichholz kurz in das flüssige Metall halten. Raucht dieses beim Herausnehmen wie eine Zigarette, ist das Metall heiß genug.

Tipp: Oft gelingt der erste Abguss nicht. Das liegt weniger an der Gießtemperatur des Metalls, als daran, dass die Form zu kalt ist.

Das flüssige Metall immer gleichmäßig und zügig mittels einer Gießkelle in die Form eingießen. Sollten einige kleine Teile nicht auslaufen, d.h. fehlen, mit Gießwunder und/oder Ruß die Form vor dem nächsten Gießvorgang nachbehandeln. Auch überprüfen, ob die Luft entweichen kann. Eventuell ein "Luftloch" schaffen oder ein dünnes Stück Seidenpapier an dieser Stelle einlegen. Die Form gut an der Luft abkühlen lassen. NIEMALS Wasser zum Abkühlen verwenden. Nach dem Abkühlen die Form vorsichtig öffnen und die gegossene Figur mit einer kleinen Flachzange vorsichtig entnehmen. Die Figur nicht zu früh entnehmen, kleine Teile könnten abbrechen. Stets nicht mehr als 3-4 Abgüsse hintereinander aus einer Form gießen.

Entgraten und Bemalen:

Eine umfangreiche Beschreibung und zahlreiche Tipps zum Entgraten und Bemalen von Figuren finden sie in unserer "Bemalungsanleitung ".

Herstellung von neuen Figuren:

Durch Zusammenfügen verschiedener Figurenteile können sie sich selbst neue Figuren schaffen. Es können z.B. Köpfe ausgetauscht, Arme verändert, Körper gedreht und Haltungen verändert werden. Bastelteile gewinnen sie durch Abtrennen von gegossenen Figuren. Das Ansetzen der Teile kann mittels löten und kleben erfolgen. Der Lötkolben sollte 30 Watt haben. Zum Verlöten das gleiche Metall wie zum Gießen verwenden, dann haben sie auch den gleichen Schmelzpunkt. Zum Kleben Zwei-Komponenten-Metallkleber verwenden. Zum Anmodellieren und Verkitten eignet sich "Milliput"-Spachtelmasse.