Eine ausführliche Anleitung zur Anwendung von Öl-Formsand und Formsandkasten
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Lührs, K.P.: Formen selbst gemacht Bestellnummer: 553/48 |
... und so wird's gemacht:
Für die Abformtechnik in Verbindung mit 01-Formsand "tempera-red" (Best.-Nr: 407/6016) benötigen Sie einen speziellen Sandformkasten (Best.-Nr. 407/42686), der aus 2 Teilen, also Ober- und Unterteil besteht. Dabei wird in der Mitte - also zwischen den beiden Formkästen der Abformgegenstand eingebetet.
Zum Abformen wird einer der beiden Formrahmen mit dem breiten Rand auf die Arbeitsplatte aufgelegt. Dann wird das Abformmodell ganz dünn mit Formpuder (Fließtalkum) eingestrichen. Das ist sehr wichtig, da so das nachfolgende Herauslösen des Modells aus dem Öl-Formsand viel leichter möglich ist. Anschließend wird das Modell genau in die Mitte des Formrahmens gelegt.
Der Formrahmen wird jetzt mit Öl-Formsand aufgefüllt, und zwar zunächst nur zu einem Drittel. Dazu wird der Sand zerbröselt und locker in die Form gefüllt. Mit einem kleinen Holzklotz, dem so genannten Stampfholz, wird der Sand fest in die Form und auf das Modell aufgebracht (aufgedrückt) und dabei verfestigt.
Danach folgt eine weitere Schicht Öl-Formsand, die ebenfalls wieder festgestampft wird. Dieser Vorgang sollte mindestens dreimal wiederholt werden, bis der Sandformkasten vollständig mit Formsand gefüllt ist. Wichtig ist dabei auch, dass die Oberfläche im Formrahmen gleichmäßig glatt mit dem Sand bedeckt ist, wozu der Rahmen oben einfach mit einem Lineal, dass auf die Ränder des Rahmens gestellt wird, abgezogen wird. Dabei wird überstehender Formsand entfernt.
Danach wird der Formrahmen vorsichtig umgedreht, wobei das darin eingebettete Modell nicht herausfallen darf. Der breite Rand des Formrahmens mit dem im Öl-Formsand eingebetteten Modell zeigt dabei nach oben. Diese Fläche wird jetzt mit Formenpuder (Fließtalkum) dünn eingestäubt. Anschließend werden die beiden Führungsstifte in den Sandformkasten eingesetzt und der zweite Formrahmen darauf aufgesetzt, und zwar so, dass die beiden breiten Rahmenflächen dabei aufeinander treffen.
Der zweite Formrahmen wird jetzt auch mit Öl-Formsand befüllt, was auch wieder in drei Schichten geschieht: Also Grundfläche zu einem Drittel mit Formsand befüllen, Formsand mit dem Stampfholz eindrücken, nächste Schicht Formsand auffüllen, feststampfen, nächste Schicht Formsand auffüllen, feststampfen.
Dabei ist darauf zu achten, dass der Öl-Formsand nicht stärker als bei dem zuvor angefertigten Formkasten aufgestampft wird.
Danach werden beide Formrahmen wieder von einander getrennt. In dem unteren Formrahmen liegt das eingeformte Modell, in dem oberen sehen Sie nur den Konturenabdruck des Modells.
Nehmen Sie diesen Formrahmen und stechen Sie mit dem dicken Metallrohr (Vorstechrohr) den Anguss aus diesem Sandbett heraus. Dazu drücken Sie das Rohr genau mittig in den Konturenabdruck in das Sandbett. Außerdem stechen Sie dann mit dem dünnen Vorstechrohr seitlich in das Konturenfeld zwei Löcher ein, die als Luftkanäle gebraucht werden. Dabei ist es modellabhängig, ob Sie einen oder mehrere Luftkanäle anbringen. Wichtig ist lediglich, dass diese Kanäle zum Gießteil Verbindung haben.
Selbstverständlich kann oder muss der Anguss nicht immer in der Mitte angebracht werden. Oft ist es zweckmäßig, diesen an den Rand zu setzen. In diesem Fall muss darauf geachtet werden, dass eine ausreichend große Verbindung zum Gießteil besteht. Anguss- und Luftkanäle sollten möglichst immer auf der Rückseite des abzuformenden Modells angebracht werden. Sowohl das Angussloch wie auch die Luftkanäle müssen sauber geöffnet sein, damit das flüssige Metall und die in der Form enthaltene Luft durch diese Kanäle fließen können.
Anschließend wird der Formrahmen wieder umgedreht und die Angussöffnung mit einer Lanzette trichterförmig nachgearbeitet (vergrößert). Diese Arbeit ist sehr wichtig und sollte auch sehr sorgfältig ausgeführt werden.
Danach wird das eingeformte Modell durch leichtes Beklopfen mit dem Stampfholz etwas gelockert und mit einer Lanzette oder einem spitzen Gegenstand ganz vorsichtig aus dem Sandbett herausgehoben.
Jetzt werden die beiden Formrahmen wieder zusammengesetzt. Dabei sorgen die metallischen Führungsstifte für eine einwandfreie Fixierung. Der Sandformkasten mit der Gießform ist fertig.
Das Zinn wird geschmolzen und mit dem Gießlöffel durch das Angussloch in die Form eingefüllt. Etwa 2 - 3 Minuten nach dem Gießen ist das Zinn bereits erstarrt und abgekühlt, sodass der in der Form hergestellte Gießling daraus entnommen werden kann. Dazu wird das noch sehr, sehr heiße Zinnteil mit einer Zange aus dem Formsand herausgenommen und vorsichtig auf eine hitzefeste Unterlage (z. B. Siliconplatte oder Zinngießerarbeitsplatte) gelegt.
Nach dem Erkalten der Plakette folgt die Nachbearbeitung, also das Abtrennen von Anguss und Steiger und dem Nacharbeiten mit entsprechenden Zinnfeilen bzw. Schleifpapier. Je nach gewünschtem Aussehen folgt noch das Bemalen oder Patinieren der Plakette mit Zinnpatina.
Gußform für vollplastische Teile
Vollplastische Figuren werden einmodelliert. Dazu wird der Sandformkasten, wieder mit dem breiten Rand nach oben zeigend, auf die Arbeitsplatte aufgelegt und mit Öl-Formsand gefüllt. Auch hier wird die erste Sandschicht fest in den Rahmen eingestampft. Danach folgt ggf. noch eine zweite Schicht Öl-Formsand. Soll ein größeres Modell abgeformt werden, kann dies bereits auf die erste Formsandschicht aufgelegt und bis zur Trennlinie, die gleichhoch mit dem Rand des Formrahmens verlaufen muss, in den Öl-Formsand eingebettet werden. Dabei wird auch die Formsandschicht fest in den Sandformkasten eingestampft.
Nachdem die gesamte Fläche mit Fließtalkum bestäubt wurde, wird der obere Formrahmen darauf aufgesetzt und wie zuvor schon beschrieben zu einem Drittel mit Formsand befüllt. Nach dem Einstampfen des Formsandes folgen noch zwei weitere Formsandschichten, sodass auch der zweite Formrahmen vollständig mit Sand befüllt ist.
Danach werden die beiden Formrahmen wieder getrennt und in einen der Formrahmen Gießkanal und Windpfeiffen mit dem Vorstechrohr angebracht.
Dazu ist es notwendig, dass die Kanäle an einer nicht so wichtigen, ggf. unbedeutenden Stelle in den Formsand eingebracht werden. Besonders gut eignen sich dafür flache, glatte Flächen (z. B. Sockel), die sich hinterher gut nachbearbeiten und glätten lassen.
Nach dem Anbringen dieser Kanäle und dem Erweitern des Gießkanals an der Angussstelle werden die beiden Formrahmen wieder zusammengesteckt, wobei die seitlich in die Formöffnungen eingeschobenen Führungsstifte für eine saubere Arretierung der beiden.Rahmen sorgen. Die Form steht danach zum Ausgießen mit dem flüssigen Zinn bereit.
Der Sandformkasten besteht aus: