Die historischen Darstellungsgruppe
"Leib-Infanterie-Regiment
(1. Brandenburgisches No. 8) und
sechspfündige Fußbatterie No. 3
(1813 - 1815)"

Am Anfang der Geschichte unseres Traditionsvereins stand die Einweihung eines großen Zinnfigurendioramas im Blüchermuseum zu Kaub am 30. April 1990: "Der Rheinübergang von Blüchers Schlesischer Armee". Zu diesem Ereignis waren u.a. Gäste aus den neuen und alten Bundesländern in rekonstruierten Uniformen angereist. Es waren "sächsische Preußen", Preußendarsteller aus Leipzig, und hannoversche Jäger, die als erste in Kaub Geschichte zum Anfassen in bunten Uniformen zeigten.
Anfang 1994 wurden die roten Achselklappen des 2. Brandenburgischen Regiments gegen die weißen des Leibregiments ausgetauscht. Von nun an wurde die preußische Linieninfanterieeinheit: 1. Zug 6. Kompanie 2. Bataillon 8. Infanterieregiment (Leibregiment) mit seinem Jägerdetachement dargestellt.
Im Jahr 1996 bauten Vereinsmitglieder in Brandenburg eine Haubitze in Eigenarbeit nach. Mit diesem Geschütz wurde die sechspfündige Fußbatterie No. 3 wieder "ins Leben gerufen".
Natürlich verfügen Regiment und Batterie auch über einen Chirurgus mit entsprechender Ausbildung für die Versorgung auf dem Schlachtfeld.
Die Gruppe hat in den vergangenen Jahren an vielen Veranstaltungen im In- und Ausland teilgenommen, so u.a. an den Gefechtsrekonstruktionen in Großgörschen, Dennewitz, Leipzig und Boulogne, aber auch an Exerziervorführungen und Stadtjubiläen wie in Potsdam und Erfurt.
In unserer Linie stehen derzeit ca. 25 Handwerker, Akademiker, Selbständige und Beamte von 27 bis 62 Jahren vorbehaltlos Schulter an Schulter, bringen Ihre Fähigkeiten in die gemeinsame Sache ein und profitieren von den Erfahrungen der anderen. Die Mitglieder unseres Vereins rekrutieren sich bewußt und gewollt aus dem gesamten Bundesgebiet, wobei jedoch insbesondere Berlin und das Ruhrgebiet Kristallisationspunkte bilden.
Das Regiment ging aus dem Grenadier-Regiment Waldenfels, dem 2. Pommerschen, dem 3. Neumärkischen Reservebataillon und der Schill´schen Infanterie hervor, welche an der Verteidigung Kolbergs 1806 bis 1807 teilnahmen. Es wurde 1808 gestiftet und erhielt den Namen "Leib-Infanterie-Regiment", der ihm von König Friedrich Wilhelm III. zur Erinnerung an die Verteidigung Kolbergs verliehen wurde. Als weithin sichtbares Zeichen dieser Ehrung trug es von da an den Schriftzug "Colberg 1807" auf seinem Fahnentuch.
Das Regiment erhielt Berlin als Garnison. Major von Horn wurde erster Kommandeur. Es focht im Yorckschen Korps 1812 in Litauen.
Beim Auszug aus Berlin im Frühjahr 1813 bekam es ein Jäger-Detachement aus Freiwilligen, die aus Patriotismus für Ausrüstung und Bewaffnung selbst aufkamen.
Als Teil der Schlesischen Armee des Feldmarschalls Blücher nahm es an allen bedeutenden Gefechten der Befreiungskriege 1813 bis 1815, wie z.B. an der Katzbach, bei Wartenburg/Elbe, Leipzig, Ligny, Wavre und Versailles teil.
Den Mitgliedern unseres Vereins ist natürlich vollkommen bewußt, daß wir keine preußischen Soldaten der Befreiungskriege sind. Durch unsere Art des Umgangs mit der Geschichte und den Versuch, diese so weit wie möglich nachzuempfinden, ist jedoch unser Bild des Soldaten der napoleonischen Kriege geprägt. Wir können die Strapazen, Anstrengungen, Entbehrungen, Ängste, Nöte und Sorgen jener Männer ansatzweise ermessen, die damals freiwillig oder gezwungenermaßen in den Krieg gezogen sind. Wir spüren das Gewicht der Tornister und Gewehre, die Unbequemlichkeit der dicken wollenen Monturen, die Kälte der Strohsäcke auf dem blanken Boden im Herbst, die Widerspenstigkeit der schlackernden Infanteriesäbel, die Hitze unter dem Tschako im Sommer und die Unzulänglichkeit des Schuhwerks am eigenen Leib. Hieraus erwächst eine tiefe Anerkennung für die Leistungen der Soldaten jener Epoche, gleich ob sie die russische, französische, italienische, britische, österreichische, preußische oder sonstige Uniform getragen haben.
Wenn wir heute Replikate der Monturen jener Zeit tragen, so ist dies für uns nicht einfach Kriegsspiel, nicht einfach nur Freizeitvergnügen oder Zerstreuung. Es ist gleichzeitig eine Ehrung jener Asiaten, Afrikaner und vor allem Europäer, die all das auf sich genommen haben oder nehmen mußten, ihr Leben ließen oder verstümmelt wurden. Daraus erwächst für uns die moralische Verpflichtung, sich heute unseres Rocks als würdig zu erweisen, soldatische Tugenden zu wahren und unseren Nachbarn die Hand an Stelle des Bajonetts zu reichen.
Wir freuen uns über öffentliches und privates Interesse und sind in der Lage, Interessenten Uniform und Ausrüstung zum "Hineinschnuppern" kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Wer sich über unser Hobby im Allgemeinen und unseren Vereins im Besonderen informieren möchte oder bereits mit dem Gedanken spielt, sich einer historischen Darstellungsgruppe anzuschließen, kann sich jederzeit an uns wenden. Wir sind zu erreichen unter:

Leib-Infanterie-Regiment@gmx.de
oder unter
Mark Menge
Humperdinckstraße 14
06844 Dessau